Im Theater Takelgarn in Düsseldorf hatten etliche Kabarettisten ihre ersten Solo-Auftritte, einige davon wurden später unsagbar berühmt. Der heutige Leiter ist gleichsam der Gründer: Helge Neuber erzählt die spannende Geschichte seines Lebenswerkes. Es begann in den 70ern mit einem Ensemble freier Marionetten-Spieler, die eine Wohnung inmitten der Großstadt zum Theater umbauten und als Spielstätte etablierten. Das Aufkommen der „Stand-Up Comedy“ Ende der 90er erweiterte das Angebot enorm, das Theater geriet bald zum El Dorado für Solisten jedweder Couleur. Auch unser Ludger gehört dazu, ebenso Extra3-Moderator Christian Ehring, Mario Barth und viele mehr. Diese Erlebnisreise durch fünf Jahrzehnte Theaterwelt sollten Sie sich nicht entgehen lassen einschließlich der überraschenden Schlusspointe: Theaterleiter Helge Neuber sucht einen Nachfolger und ruft unsere Hörer auf, sich bei ihm zu melden.
GoIn der Ausgabe vom 28. Februar spricht Marcel Joppa mit dem Schweizer Nationalrat Andreas Glarner (SVP) über politische Fehler in der Flüchtlingspolitik. In einem Interview mit der Schauspielerin und Schriftstellerin Philine Conrad geht es um die Kulturbranche während der Corona-Zeit und um die fehlende Kritik von Kunstschaffenden an den Regierungsmaßnahmen. Der Physiker und Wissenschaftsjournalist Dr. Peter F. Mayer erklärt die Pläne von WHO, EU und USA zu einem digitalen Impfregister, in das auch Ungeimpfte eingetragen werden sollen. In einem Kommentar von dem Autor und Literaturexperten Peter J. Brenner geht es dann um den diesjährigen Ludwig-Börne-Preis für herausragende Literaten.
GoAlltagsästhetische Wertungen äußern sich zumeist als spontane, fraglos evidente „Empfindungstatsachen“. Was ihnen aber zugrunde liegt, wird selten genauer gewusst. An zwei Beispielen – der Erfahrung landschaftlicher und menschlicher Schönheit – wird das Zustandekommen derartiger „Empfindungstatsachen“ genauer erläutert. Danach wird nach der Bedeutung des Schönheitsbegriffs in der Kunst gefragt. Schließlich: Warum wurde das Kunst-Schöne in der jüngeren Vergangenheit zum Objekt endloser Angriffe?
GoIn unserer Sendung „Tondokument“ bringen wir den Mitschnitt eines Konzerts vom 4. März aus der Kulturscheune Ermetzhof in Marktbergel. Das liegt in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber in Bayern. Der Verein „Kultur in der Scheune“ besteht seit 2013. Seitdem wurden in jedem Jahr ca. 12 bis 15 Konzerte veranstaltet, fast immer waren es neue Produktionen. Durch das Vortragskonzert unter dem Titel: „Franz Schubert – der erste Romantiker“ führt der Komponist und Musiker Christian Glowatzki.
GoJeannette und Jens Mahlow haben ein uraltes Haus erstanden inmitten der Porzellanstadt Meißen. Das historische Bauwerk in der Altstadt hat mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel und führt uns zurück bis zum Dreißigjährigen Krieg, ein Tuchhändler soll dort der erste Bewohner gewesen sein. Mit viel privatem Engagement wurden Wände restauriert, Türen gepflegt, Renaissance-Decken in Schuss gebracht. Billige Baumarktmaterialien gibt es hier keine, denn: „Wir wollen die alte Substanz erhalten und das Neue entfernen“, sagen Jeanette und Jens, was für ein Sinnbild! In dieser Ausgabe von Ludgers Welt laden die beiden Neubesitzer zu einer exklusiven, spannenden Führung ein bis tief runter ins Kellergewölbe. Eine Zeitreise durch vier Jahrhunderte, die sich anfühlt, als sei man in einem Roman von Jules Verne gelandet. Allen Interessierten werden Führungen angeboten, auch Schulklassen, ein eigens gegründeter Verein namens „Mit Zahnrad und Zylinder e.V.“ und das jährliche Steampunkfestival wollen eine Brücke schlagen vom Mittelalter in die Neuzeit. Das Haus soll langfristig immer weiter im Geiste der Geschichte zu einer soziokulturellen Begegnungsstätte ausgebaut werden, und wie gut das klappen kann, hat Ludger selbst erleben dürfen bei einem Liveauftritt dort, mit dem er die heutige Folge wie gewohnt tagesaktuell-schmissig beginnt.
GoDies ist vermutlich die bisher witzigste Sendung. Sie ist zugleich besonders ernst. Marco Rima, der „Erfolgskomiker aus der Schweiz“, der durch Sendungen wie ‚Verstehen Sie Spaß?‘ auch außerhalb der Schweiz zum Star aufgestiegen ist, kann nicht anders: Er muss immerzu Witze erzählen, um damit sein kindliches Staunen über das Wunder des Lebens auszudrücken und auf die Fallstricke der sprachlichen Kommunikation hinzuweisen. Während der Corona-Zeit gehörte er zu den wenigen Prominenten, die sich kritisch zu den Maßnahmen äußerten. Auch da konnte er nicht anders. Er trotzte dem Angstregime und schaffte es schließlich, mit neuem Lebensmut aus der Krise zu kommen, so dass er nun dem staunenden Publikum offenbaren kann, wie man widersteht und das Leben genießt.
GoMichael Ransburg hat auf den großen Bühnen wie dem Burgtheater Wien gespielt und hat nach über fünfzig Produktionen mit fremden Texten und aufgrund von zwiespältigen Erfahrungen mit der „Maschinerie“ der großen Theaterwelt erstmalig ein eigenes Programm für die kleine Bühne gewagt. Es heißt „Glücklich“. Darin erinnert er sich, dass er als Junge einen Clown gesehen hat und sich daraufhin entschloss, selber ein „Glücksbringer“ zu werden. Deshalb versucht er immer wieder, die „hohe“ Kultur mit der „humoristischen“ zu verbinden. Die Corona-Krise hat ihn erschüttert und gerade deshalb darin bestärkt, sich ganz auf das Eigene zu verlassen und in Zukunft noch stärker mit humoristischen Elementen zu arbeiten.
GoLiebeslieder – wer kann nicht aus dem Stegreif eines nennen oder gar singen? Das ganze Leben dreht sich doch um die Liebe. So liegt es nahe, sie für ein Konzert zum Thema zu machen. Komponisten aller Epochen wie auch aktuelle Songwriter haben unzählige Werke und Balladen über die Liebe geschrieben. Das Trio Urban Frey und Freunde – mit Urban Frey (Panflöte), Tabea Frei (Violine) und Paolo D’Angelo (Akkordeon) – ist auf thematische Konzertprogramme spezialisiert, die tief gehen und den Horizont erweitern. Die Liebe zeigt sich vielfältig. Entsprechend erklingen die Arrangements der drei Solisten. Das Ensemble besteht aus Virtuosen, die seit 2011 miteinander spielen und sich perfekt ergänzen. Entstanden ist dabei ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Programm, querbeet durch die Jahrhunderte bis hin zu berühmten Popsongs.
Aufzeichnung in der evangelischen Kirche Steckborn durch Leu TV. Mehr über die Künstler: www.urbanfrey.ch
Im Schwarzwald gibt es ein Theater, das stellvertretend steht für die gesamte Kleinkunstszene im deutschsprachigen Raum. Mit viel Engagement wurde die Kulturfabrik Furtwangen vor knapp dreißig Jahren aufgebaut, konnte sich schnell zur gefragten Adresse mausern und hat in den fetten Jahren Rücklagen gebildet, die aktuell bitter nötig sind. Jacques Barthilla ist erster Vorsitzender der Kulturfabrik, hat Ludger zu einem Live-Gastspiel geladen und berichtet freimütig aus dem inneren Zirkel des Theaterlebens. Die große Kulturbörse Freiburg gilt als Mekka der Szene, hat sich aber laut Jacques nicht unbedingt nur zum Guten entwickelt. Und die Künstler? „Satire darf alles, aber sie will offenbar nicht mehr alles“, stellt Jacques fest mit Blick auf die letzten drei Jahre, als nahezu alle gehorsam den Vorgaben der Regierung gefolgt sind. In der heutigen Folge wird analysiert, aber auch geschwelgt, Patricia Kaas trifft auf Mario Barth, und Ludger leitet ein mit gewagtem Blick aus dem Schwarzwald auf den aktuellen Irrsinn in Berlin.
GoWas haben sie an sich, dass wir uns für ihre Kunst begeistern? Manfred Eichel wollte es wissen. Er hat über 500 Gespräche mit Künstlern aus den unterschiedlichen Sparten geführt und daraus Sendungen für die ARD und das ZDF produziert. Obendrein hat er seit 50 Jahren regelmäßig zu allem, was ihn beeindruckt hat, persönliche Notizen gemacht. Es waren glückliche Jahre in der Nähe von großen Talenten, von denen einige sogar seine Freunde wurden. Gerne denkt er zurück an Miles Davis, Peter Ustinov, Achim Freyer, Ulrich Eckardt, György Ligeti, Hermann Rauhe oder Pat Metheny. Um so bedauerlicher ist es, dass sich die Kulturlandschaft so sehr verändert hat. Doch er hofft, dass die „Dummköpfe, die uns heute vorschreiben wollen, was wir aussprechen dürfen“ bald wieder in der Versenkung verschwinden.
GoDie Diskussion um die Rückgabe der „Benin-Bronzen“ schwelt seit Jahren, weist aber einige blinde Flecken auf. Wenig beachtet wird die vorausliegende, verworrene Geschichte. Es ist die Geschichte einer kriegerischen Sklavenhändler- und Menschenopfergesellschaft, in der die Kunstwerke über Jahrhunderte hinweg entstanden sind. Es ist auch die Geschichte kolonialer Militäraktionen und des Kunsthandels; und schließlich ist es die Geschichte der Museen. Denn im Kern geht es um die Frage, ob künftig Kulturobjekte der Deutungsmacht globaler Kultureliten ausgeliefert sein werden, oder ob sie ihr Eigenrecht behaupten können.
GoDie sogenannten Corona-Maßnahmen scheinen verschwunden – aber die Kunstfreiheit haben sie mitgenommen. Ob Musiker, Schauspieler oder Komiker: Wer allzu kritisch scheint, wird diffamiert und „gecancelt“. Die Methoden der Unterdrückung reichen von der Selbstzensur der Staatsmedien über Justizterror bis zur offenen Gewaltandrohung gegen Veranstalter. All das geschieht meist im Verborgenen und dringt nur selten an die Öffentlichkeit, wie jüngst bei der Kampagne gegen Til Schweiger. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Künstler sich dieser Unterdrückung beugen? Wie lange noch, bis wieder alles nur noch Propaganda ist? Darüber diskutierte Paul Brandenburg mit dem Oscar-Schauspieler Urs Rechn.
GoDas „Theater unterm Turm“ liegt inmitten der Bundeshauptstadt, der Name lässt einen großen Saal vermuten – doch das wäre zu normal, um wahr zu sein. Stattdessen zeigen die Betreiber, was aus Liebe zum Spielbetrieb so alles geht, wenn kaum Platz vorhanden ist: Mit viel Engagement wurde in Berlin-Wilmersdorf vor Jahren der hintere Raum eines Friseursalons (!) mit Bühne, Technik und knapp 35 Sitzen ausgestattet, man gab sich den Namen „Theater unterm Turm“, und wenn vorne im Friseursalon Feierabend gemacht wird, heißt es hinten: „Schnipp aus, Spot an!“ Schmissige Ensemble-Komödien werden ebenso aufgeführt wie Einpersonenstücke. „Ursprünglich war das hier nur ein Proberaum“, verrät Intendant Ronald Uecker, der sich im Gespräch mit Ludger Kusenberg alias Ludger K. selbstironisch „Hausmeister“ nennt und uns die spannende Geschichte des kleinen Hauses erzählt. Dass die letzten drei Jahre gerade für ein von seiner Tuchfühlung lebendes Theater kein Zuckerschlecken waren, versteht sich von selbst, die offen kritische Haltung der Betreiber hat überdies nicht allen Stammgästen gefallen. Trotz seiner geringen Anzahl an Sitzen muss das Haus nun um jeden Zuschauer kämpfen. Da trifft es sich gut, dass es schon bald genau hier eine Live-Ausgabe von „Ludgers Welt“ als Talkshow geben wird sowie eine weitere wohlige Live-Überraschung im Herbst 2023. Ludger K. trifft einen Intendanten-Hausmeister mit Herz und Schnauze und freut sich über sowie auf eine ungewöhnliche Zusammenkunft.
GoBest of „Unter Freunden": Chie Ishii - Heinz Erhardt - wie wir ihn noch nicht kannten
Ein Glücksfall: Die japanische Konzertpianistin Chie Ishii lernt Marita Malicke kennen, eine der Töchter von Heinz Erhardt, von dem sie noch nie gehört hatte. So kommt sie an bisher unbekannte Noten aus dem Nachlass und lernt über den privaten Zugang – ohne irgendwelche Vorbehalte zu haben – Heinz Erhardt als ernsthaften Künstler kennen, als eigenständigen Musiker, als feinen Poeten und als großen Humoristen. So schenkt sie uns mit ihren Programmen einen neuen Heinz Erhardt und erinnert daran, dass der Frohsinn eine ernste Sache ist und dass wir das Ernste nicht tragisch nehmen sollen.
GoDie Schönheit der Natur macht evolutionsbiologisch gesehen keinen Sinn. Was braucht der Pfau einen Federschmuck, wo sich doch die Krähe bei der Partnersuche auch nicht schwertut. Da ist einiges mehr in der Schöpfung drin als simpler Überlebenszweck. Vielleicht verstehen das nur Künstler wirklich. Die Aufgabe des Künstlers ist es, Schönes um der Schönheit willen zu erschaffen. Vom humoristischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Sachlage klar: Die Schönheit der Natur ist der Humor Gottes.
GoIm letzten Basta-Berlin-Urlaubs-Spezial begrüßt Basta-Mann Marcel Joppa heute Ludger Kusenberg alias Ludger K. in unserem Studio.
Während der Kabarettist auf der großen Bühne die Massen zum Lachen bringt, trifft der gebürtige Niederrheiner im Interview auch die leisen Töne: Nachdenklich und mit einem Augenzwinkern analysiert er die heutige Gesellschaft, die durch Corona- und Klimapolitik gespaltener denn je ist. Ludgers Motto: „Orwell war ein Optimist“.
Am 22. Juni sprechen wir mit dem Politologen Dr. Michael Lüders über die „wertegeleitete Außenpolitik“, die wirtschaftlichen Folgen daraus und moralische deutsche Kritik an ausländischen Regierungen. Mit der in Peking geborenen Journalistin Lea Zhou vertiefen wir das Thema am Beispiel des Umgangs mit China und blicken auf die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen. Und zu Gast ist Alain Claude Sulzer. Der Schweizer Schriftsteller bat um eine staatliche Förderung für sein neues Buch und bekam irritierende Post. Nun sieht er die Kunstfreiheit in Gefahr.
GoAm 23. Juni sprechen wir mit Professor Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Er sieht die Milliardensubvention für die Chipfabrik bei Magdeburg kritisch. Die finnische Friedensaktivistin Ulla Klötzer äußert ihre Sorge vor einem Krieg der Nato mit Russland und berichtet über eine neue internationale Friedensinitiative. Außerdem zu Gast: der Architekt Heiko Folkerts. Er fürchtet, das Bayerns architektonisches Erbe für Kommerz und Klimamaßnahmen geopfert wird.
GoDer Schweizer Kabarettist Marco Rima steht seit über vierzig Jahren auf der Bühne. Als Teammitglied der „Wochenshow“ auf Sat 1 wurde er auch beim deutschen Publikum bekannt. Während Corona exponierte er sich als Kritiker der offiziellen Politik und der Massnahmen. Von einem Tag auf den anderen wurde aus dem Liebling der Medien deren Zielscheibe. Nun zieht es Rima in die Politik: Im Herbst kandidiert er für einen Sitz im Parlament. Marco Rima im Gespräch mit Stefan Millius über Zivilcourage, das Schweigen in der Künstlerszene, Versäumnisse der Politik und die Notwendigkeit von offenen Debatten.
GoSchweifend und streifend durchqueren Alexander Christ und Matthias Burchardt das Rätsel des Dichtens. Und weil sie sich im ersten Teil dabei lustvoll verlaufen haben, setzen sie ihre Erkundung nun in einem zweiten Teil fort. Wer hätte gedacht, dass die sparsamste literarische Gattung so viel Anlass zum kontroversen Gespräch bietet? Am Beispiel von Peter Rühmkorf geht es unter anderem darum, ob Lyrik politisch sein kann, ohne dabei künstlerische Einbußen hinnehmen zu müssen.
GoIn der Folge 29 von „Philosophieren“ im Kontrafunk, dem fliegenden Teppich ins Reich der Fantasie, spricht Alexander Christ mit seinem Gast, dem Journalisten und Schriftsteller Paul Ingendaay, über das Lesen. Wer liest, muss die Einsamkeit ertragen. Lesen ist ein intimer Vorgang, der uns in das Reich der Fantasie zu tragen vermag und der neue Welten eröffnet. Lesen heißt durch fremde Hand träumen, wusste der Schriftsteller Fernando Pessoa. Wir sprechen insbesondere über das Lesen in Büchern und stellen die Frage, ob die Lesekultur durch eine zunehmend digitale Welt gefährdet ist.
GoBest of „Ludgers Welt": … dann verstehen wir auch die ganzen Dinge!
„Künstler sind das Vermächtnis der Jahrhunderte“, sagt der Münchner Konzertpianist Jürgen Plich. Er fordert aus der Szene mehr Selbstbewusstsein und Widerstandswillen, denn: „Wir Künstler haben eine fachliche Expertise abzugeben.“ Gemeinsam mit Kabarettist und Ex-WDR-Journalist Ludger K. wagt Jürgen Plich einen Blick auf das große Bild der letzten Jahre und Jahrhunderte, am Flügel spielt er dazu aus dem Stegreif Brahms, Schumann, Beethoven und fasziniert uns mit den darin schlummernden Verbindungen zum Hier und Jetzt. „Die Musik ist meine politische Meinung“, bekennt Plich – wer sich die heutige Folge in Gänze gönnt, wird die Welt mit anderen Ohren sehen …
GoBest of „Unter Freunden": Die Sinne scharf stellen
Er wäre letztes Jahr achtzig geworden. Christof Stählin ist ein vergleichsweise unbekannter, aber vermutlich einer der einflussreichsten Liedermacher gewesen, der uns nicht nur seine Werke hinterlassen hat, sondern obendrein eine Akademie – eine Schule, in der man eine Sichtweise erlernen kann, die an barocke Ideale erinnert und einem einen Blick auf die Welt ermöglicht, der von Gelassenheit und Dankbarkeit gekennzeichnet ist. Für Martin Betz ist es das Glück seines Lebens. Davon erzählt er.
GoBest of „Unter Freunden“: Witz und Widerspruch
Dies ist vermutlich die bisher witzigste Sendung. Sie ist zugleich besonders ernst. Marco Rima, der „Erfolgskomiker aus der Schweiz“, der durch Sendungen wie „Verstehen Sie Spaß?“ auch außerhalb der Schweiz zum Star aufgestiegen ist, kann nicht anders: Er muss immerzu Witze erzählen, um damit sein kindliches Staunen über das Wunder des Lebens auszudrücken und auf die Fallstricke der sprachlichen Kommunikation hinzuweisen. Während der Corona-Zeit gehörte er zu den wenigen Prominenten, die sich kritisch zu den Maßnahmen äußerten. Auch da konnte er nicht anders. Er trotzte dem Angstregime und schaffte es schließlich, mit neuem Lebensmut aus der Krise zu kommen, so dass er nun dem staunenden Publikum offenbaren kann, wie man widersteht und das Leben genießt.
GoBest of „Unter Freunden“: Was lockt uns in die weite Welt?
Wovon träumen wir? Wovon träumt der Kapitän? Peter Losinger ist der richtige Traumschiffkapitän – nicht der aus dem Fernsehen. Er fuhr auf Frachtschiffen und war 30 Jahre lang Gala-Kapitän auf dem Kreuzfahrtschiff „Europa“. Wir fragen uns, was das für Träume sind? Ist es der Wunsch, die weite Welt kennenzulernen oder ist es die Erinnerung an die eigene Kindheit und Jugend, die mit dem Kulturprogramm der Altstars auf hoher See simuliert wird? Wir sprechen über die großen Dramen und Legenden der Seefahrt, über den Untergang der „Titanic“, über das Unglück der „Costa Concordia“, über moderne Piraterie und über die Meuterei auf der „Bounty“.
GoBest of „Ludgers Welt": „Die Pandemie ist vorbei“ (Live-Mitschnitt, Kabarett)
„Die Pandemie ist vorbei“ ist nur eine von vielen Knallermeldungen, die erst ganz kurz vorm Jahreswechsel in die Nachrichtenwelt geschossen wurden – daher fehlten diese „Spätzünder“ in allen Jahresrückblicken in Funk und Fernsehen von Gottschalk bis Dieter Nuhr. Zum Glück ging Ludger K. mit seinem Programm „Sense 2022/23“ erst im Januar 2023 auf Tour und konnte daher auch das Ableben das Papstes, das unsägliche Silvestervideo von Christine Lambrecht und die WM in Katar genussvoll zum Gegenstand seiner Spottbilanz machen. Ebenfalls dabei: Baerbock, Habeck, Ballweg und König Charles. Diese Live-Aufzeichnung kommt spät genug und zugleich gerade noch rechtzeitig, um mitten in die Zielscheiben zu treffen.
GoWolfgang Friedl ist Sicherheits- und Brandschutzexperte aus München, von seinen Gutachten hängt häufig ab, ob ein Gebäude in Betrieb genommen werden darf oder nicht. Was er über die Gefahr von Rauch und Feuer erzählt, ist spektakulär und wird nicht nur von Unternehmen oft unterschätzt, sondern auch von Privatleuten. „Lässigkeit mag cool sein, doch Nachlässigkeit kann tödlich enden“, sagt er mit Verweis auf das aus seiner Sicht verständlich unbedarfte Verhalten junger Leute, welches gerade bei Großveranstaltungen durch lebensnahe, kluge Sicherheitskonzepte ausgeglichen werden müsse. Bei öffentlichen Katastrophen sei die mediale Berichterstattung zum Teil ein schlechter Witz: „Ich bin entsetzt, wenn ich sehe, wie oberflächlich und unnötig emotional berichtet wird“, sagt Wolfgang Friedl.
Ludger Kusenberg alias Ludger K. entlockt ihm im Gespräch jede Menge Geschichten, die das oft als unliebsam empfundene Thema Gefahrenprävention spürbar spannend machen und überaus relevant für alle. Einbruchsverhinderung, Elektroautos, Wärmepumpen, Homeoffice, Moscheen – wer diesem Fachmann zuhört, wird Augen machen. Wie gewohnt gibt’s zu Beginn der Folge erst mal Livekabarett mit Biss zum aktuellen Tagesirrsinn: Wenn in der Zeitung die Schlagzeile prangt „Beißende Fische auf Mallorca – Klimawandel ist schuld“, dann ist das ein gefundenes Fressen für Comedian Ludger K.
GoLetzten Sonntag fand „Ludgers Welt“ zum ersten Mal mit öffentlichem Kartenverkauf statt und war gleich ein voller Erfolg. Im Theater unterm Turm in Berlin sprach Ludger Kusenberg alias Ludger K. mit Frauke Petry über Hubert Aiwanger, gefälschte Tweets und mögliche Fotos im „Playboy“. „Was hat Sie vor zehn Jahren auf die schiefe Bahn geführt?“, will Ludger unter anderem wissen, eine spürbar gut aufgelegte Frauke Petry gibt äußerst offen Einblick in Politik und ihren Lebensweg, der sie von einer einst gefeierten Vorzeigeunternehmerin zur Persona non grata werden ließ. Ludger zeigt sich als gewohnt wohlwollender Gastgeber, lässt seiner prominenten Gesprächspartnerin aber nicht jede Antwort unwidersprochen durchgehen. „Die heutige AfD ist keine Bedrohung mehr für das System Merkel“, schrieb Petry schon in ihrem Buch – Ludger hakt nach. Ein Zusatzbonbon dieser Sendung ist David Leukert, Kabarettist aus Berlin, der mit seinem Kurzauftritt das Publikum im Saal von den Stühlen gerissen hat.
GoDas Sauerland steht für viele Regionen in Deutschland: Man ist dort bodenständig, fleißig, hält zusammen und wird gern unterschätzt. Warum zum Kuckuck hat Friedrich Merz das bayerische Gillamoos als Sinnbild der Republik angepriesen satt der eigenen sauerländischen Heimat? Das und mehr bespricht Ludger Kusenberg alias Ludger K. mit Hermann Hoffe, der im Sauerland den Woll-Verlag betreibt und in der Region mit jedem Baum per du ist. „Was Politiker auf dem Schützenfest sagen, ist meist was völlig anderes als in offiziellen Verlautbarungen“, verrät er – und gibt Beispiele dafür. Mit Friedrich Merz hat er sich erst kürzlich ausgetauscht, die berühmte einstige Werbekampagne mit der Steuererklärung auf einem Bierdeckel stammt von ihm. Besonders vielversprechend in seinem Verlagsprogramm ist ein Buch, das sich mit dem europäischen Geist beschäftigt. Ein unterhaltsames und nachdenklich stimmendes Gespräch über Shakespeare, die CDU und den Schützenkönig von Schmallenberg.
GoIn Sachsen gilt: „Wir sind nicht nachtragend, aber wir vergessen auch nichts“ (zitiert nach Uwe Steimle). Was in politischem Kontext bedrohlich wirken kann, bekommt im Bereich der Kleinkunst eine liebevoll nostalgische Bedeutung. Irene Holzfurtner und Mathias Engel sind Vollblutkomödianten, unter dem Namen „Komödie Leipzig“ entern sie mit spielfreudigem Ensemble regelmäßig die Theaterwelt des Ostens für teils aufwendige Neuinszenierungen von Klassikern. „Romeo und Julia“ war schon dabei, „Die Olsenbande“ immer wieder gern, und nun wagt man sich an das ganz große Ding. Der Film „Go Trabi Go“ steht noch heute für die Aufbruchsstimmung der Wiedervereinigungszeit, dank Irene und Mathias geht der Stoff bald auf Tournee – und zwar mit richtig viel PS! Die Vorbereitungen laufen, es ist DAS Comeback des Jahres. Ludger Kusenberg alias Ludger K. hat seine beiden Kollegen im Zentrum ihres Schaffens besucht, staunt über einen leibhaftigen Trabi mit Kulleraugen und ein prall gefülltes Requisitenlager. Ein Gespräch, das auch viel verrät über deutsch-deutsche Befindlichkeiten sowie über Lockdown und Klappehalten…
GoJeder Kabarettist kennt die Frage: „Mensch, wie kommt ihr bloß auf eure Ideen?“ Um den Prozess der Programmfindung eines Komödianten transparent zu machen, trifft Ludger Kusenberg alias Ludger K. heute zwei Kollegen zu einem besonderen Experiment: In der Gruppe besprechen sie aktuelle Tagesthemen, spielen einander ihre Gag-Ideen vor und beurteilen deren Qualität. Am Schluss wird’s ernst: Ludger begleitet einen seiner Kollegen zu einem Live-Gastspiel und lässt uns alle an der Erkenntnis teilhaben, ob die kurz zuvor gemeinsam ersonnenen Gags über Aiwanger und die Augenklappe von Olaf Scholz beim Publikum gezündet haben. Eine geniale Idee! „Radiokolleg Comedy“ für alle, die gern schon mal hinter die Kulissen hören wollten.
GoIn unserer Sendung „Tondokument“ bringen wir einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion aus der Veranstaltung „Das Festival – Musik und Wort in Weimar“. Der Psychoanalytiker und Psychotherapeut Dr. Hans-Joachim Maaz geht in seinem Vortrag „Friedensfähigkeit und Kriegslust“ auf die Kindheit als entscheidenden Schlüssel zu einer gesunden Entwicklung des Erwachsenen ein.
Im Anschluss diskutieren die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot, die Schauspielerin Gabriele Gysi und Pfarrer Jürgen Fliege über die negativen Folgen einer ausufernden Digitalisierung, die Rolle des Theaters für das Verständnis der aktuellen Zeit und über die Frage, welche Themen in die öffentliche Debatte gehören. „Das Festival – Musik und Wort in Weimar“ fand vom 1. bis zum 3. September statt. Veranstalter war Uli Masuth.
Am 18. August blicken wir nach Bergkarabach. Benjamin Gollme spricht mit Dr. Philipp Egger über die aktuelle Situation im Grenzgebiet von Aserbaidschan und Armenien. Aserbaidschanische Truppen haben die Zufahrt in die bergige Region blockiert. Der armenischen Bevölkerung drohen Hunger und Leid. Egger hat die Region für Entwicklungshilfeprojekte Dutzende Male bereist. Mit dem Kabarettisten und künstlerischen Leiter von „Das Festival“ in Weimar, Uli Masuth, geht es um das künstlerische Programm des Festivals und seine eigenen Erfahrungen mit „Cancel-Culture“. Carlos Gebauer organisiert den Mindful-Kongress in Luzern und freut sich auf hochkarätige Gäste, und wir begrüßen in unserer Reihe „Opposition – wie und wo?“ die Partei Die Pinken/Bündnis21. Der Verwaltungsrat der Bundespartei, Erik Schmidt, berichtet von ersten Erfolgen und Problemen der Parteigründung.
GoGiuseppe Gracia im Gespräch mit dem deutschen Theater- und Filmschauspieler sowie Hörspielsprecher Bodo Krumwiede. Seit über vierzig Jahren engagiert sich der Schauspieler in verschiedenen Produktionen, hauptsächlich auf der Bühne und am Mikrofon, aber auch in Film und Fernsehen. in der Sendung „Menschenbilder“ geht es um die Frage, wie sich der Kulturbetrieb in den letzten Jahrzehnten verändert hat, was die Kunst des guten Schauspiels ausmacht und warum es gut ist, wenn Politiker nicht wie Theaterleute und Theaterleute nicht wie Politiker handeln.
GoIn den letzten drei Jahren habe sie kaum ein Werk beenden können, sagt die in Berlin und im Ruhrgebiet lebende Malerin Ania Hardukiewicz. Der Ausschluss von Andersdenkenden, der Umgang mit Kindern und älteren Menschen, das Gefühl des Ausgeliefertseins habe sie künstlerisch blockiert. „Ich habe aber sehr viele Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe von Polizisten, Demonstranten und Kindern gemacht, eine der ersten Zeichnungen war die Friedenstaube mit dem blauen Auge.“ 2024 ist ihr Jahr der Aufarbeitung. Aber welcher Galerist stellt kritische Werke über die Corona-Zeit aus? „Im Moment ist es so: Sobald man ein paar Diffamierungsbegriffe in den Raum wirft, lassen sich viele aus dem Kunstbetrieb dermaßen einschüchtern, dass sie zurückweichen, sich gar nicht in die Schusslinie begeben, um nicht in eine falsche Ecke gedrängt zu werden.“
GoIn unserer Lesestunde liest der ehemalige NZZ-Redakteur Joachim Güntner aus seinem Roman „Lieber geschieden als tot“. Hauptfiguren sind der aus der Spur geworfene Ex-Staatsanwalt Georg, die attraktive, bedenkenlose Carmen und ihr Liebhaber Stefan, den sein Selbstverständnis als Frauenverwöhner in Schwierigkeiten bringt. Güntner entwirft eine Scheidungs-, Liebes- und Krisengeschichte aus der Mitte der Gesellschaft, die Krimi und psychologische Skizze in einem ist. „Lieber geschieden als tot“ erschien am 15. September 2023 in der Edition Noack & Block.
GoIm Zentrum der Sendung steht das Fließen: des Wassers, des Rheins und auch des Weins. Markus Vahlefeld spricht mit dem Künstler und weltweit führenden Wasserarchitekten Herbert Dreiseitl über das Element, das auf den Mond reagiert und dem Menschen Ausgleich vermittelt: Wasser. Aber was bedeutet es, mit Wasser zu bauen und für Wasser zu gestalten? Fließend bleibt es auch beim zweiten Thema, der Vorstellung des Weinanbaugebiets Rheingau. Die Region gehört zu den schönsten Flecken dieser Erde mit einer immensen Dichte an Burgen, Schlössern und Klöstern, die schon seit mehr als 1000 Jahren Wasser in Wein verwandeln.
GoRadiopantomime und Striptease für Blinde – Nicht alles, was Künstler machen, ist Kunst. Was zeichnet Kunst aus? Ein vielleicht unerwartetes, aber dafür umso eindrücklicheres Beispiel für ein zeitloses Kunstwerk stellt das Märchen „Hans im Glück“ dar. Thiels dramenanalytischer Betrachtung folgt man vorzugsweise am Kaminfeuer mit einem Glas Portwein in der Hand.
GoEin genussreicher Abendtauchgang in die altindische Philosophie. Die Kunst ist eines der fünf Yogas in den 286 Upanischaden des Vedanta der vier Vedas. Auf dieser morgenländischen Bildungshörreise lernen wir, dass fast jeder ein Yogi sein kann – außer der Banker und der Jurist. Aber selbst Letztere sind nicht verloren. Auch ihnen bleibt zum Lebensende noch der Mönchsweg offen, sofern sie sich auf eine letzte Pilgerreise begeben wollen.
GoDie Weisheit wurde in der Antike von der Philosophie erkannt, von der Mathematik geprüft und durch die Kunst vermittelt. Heute, wo eine orientierungslose Philosophie die Sinnfrage nicht mehr beantworten kann und hysterische Wissenschaften mangels eines mathematischen Verständnisses nur noch Statistiken hervorbringen, bleibt die Kunst inhaltsleer. Den Ausweg aus dieser geistigen Einöde weist eine Rückbesinnung auf das Schöne, das Gute und das Wahre.
GoSein Kunstbegriff ist so elitär, dass Thiel sich selber ausschließen muss. In seinem heutigen Radiofeuilleton denkt er über den Künstler als Sprungschanzenbauer nach und erkennt dabei, dass erst die Flugbahn des Betrachters und dessen geglückte Landung die Schanze zum Meisterwerk erheben. Er vergleicht Pablo Picassos „Guernica“ mit Edouard Castres’ Bourbaki-Panorama und verortet bei Picasso ein künstlerisches Scheitern wegen fehlender emotionaler Distanz zum Gegenstand der Betrachtung.
GoMit der Schülergruppe Jessica begann Tino Eisbrenners steiler Aufstieg in die Welt der Popmusik. Die Band wurde zur beliebtesten Nachwuchsgruppe, die Jungs galten als die „Beatles der DDR“ und tourten in den Ostblockländern bis zum jähen Ende des jungen Glücks im Jahr 1986. Tino Eisbrenner fing neu an. Die Hinwendung zu Russland und die Liebe zur Bühne sind ihm geblieben, und nun wurde er zu einem ernsthaften Musiker und Schauspieler, der mit dem Projekt „Musik statt Krieg“ international Erfolge feiern konnte. „Wie soll denn Frieden entstehen?“, fragt er. „Der kann doch nur durch Brücken entstehen, über die man gehen kann. Wenn aber die Politik keine dieser Brücken mehr baut, dann muss die Kultur diese Brücken bauen.“ Er kann auf ein imposantes Schaffen zurückblicken: 26 CDs, drei Bücher, diverse Preise, literarische Bühnenprogramme, unzählige Konzerte in Finnland, Österreich, Mexiko, Chile, in den Ländern Osteuropas und vor allem in Russland. Tino Eisbrenner erzählt von den politischen Hintergründen, berichtet von bewegenden Begegnungen auf der Krim und immer wieder von Bemühungen um einen Frieden, sowohl in Russland als auch in Deutschland.
GoIm Tanzen entwindet sich der menschliche Körper der Schwerkraft des Alltags und bringt flüchtige Verse eines sinnlichen Ausdrucks hervor. So zumindest erscheint es Alexander Christ und Matthias Burchardt, den bekennenden Nichttänzern, in ihrer zaghaften Annäherung an das so bedeutsame Kulturphänomen des Tanzens.
GoIn Sachsen gilt: „Wir sind nicht nachtragend, aber wir vergessen auch nichts.“ (Zitiert nach Uwe Steimle) Was in politischem Kontext bedrohlich wirken kann, bekommt im Bereich der Kleinkunst eine liebevoll nostalgische Bedeutung. Irene Holzfurtner und Mathias Engel sind Vollblutkomödianten, unter dem Namen „Komödie Leipzig“ entern sie mit spielfreudigem Ensemble regelmäßig die Theaterwelt des Ostens für teils aufwendige Neuinszenierungen von Klassikern. „Romeo und Julia“ war schon dabei, „Die Olsenbande“ immer wieder gern, und nun wagt man sich an das ganz große Ding. Der Film „Go Trabi Go“ steht noch heute für die Aufbruchsstimmung der Wiedervereinigungszeit, dank Irene und Mathias geht der Stoff bald auf Tournee – und zwar mit richtig viel PS! Die Vorbereitungen laufen, es ist DAS Comeback des Jahres. Ludger Kusenberg alias Ludger K. hat seine beiden Kollegen im Zentrum ihres Schaffens besucht, staunt über einen leibhaftigen Trabi mit Kulleraugen und ein prall gefülltes Requisitenlager. Ein Gespräch, das auch viel verrät über deutsch-deutsche Befindlichkeiten sowie über Lockdown und Klappehalten …
(Erstausstrahlung: 20. September 2023)
Go„Ich bin als Linker ins Bett gegangen und als Rechter aufgewacht“, sagt Uli Masuth über sich selbst. Der Mann ist Kabarettist und hat sich als solcher immer schon am liebsten mit der Obrigkeit angelegt. Vor fünfzehn Jahren verließ er seine Heimatstadt Duisburg, um in Weimar sesshaft zu werden, schnell hatten er und seine Ehefrau gute Kontakte geknüpft zur örtlichen Kultur und Politik – Corona änderte alles. Kollege Ludger K. hat Uli Masuth daheim in Weimar besucht, die beiden kennen einander schon lange, haben aber erst durch die jüngste Zeit auf emotionaler Ebene zueinandergefunden. Ihre Erfahrungen der letzten Jahre ähneln sich: gekündigte Verträge, Anfeindungen, eifrige Denunziation. Warum? Weil beide die hiesigen Verhältnisse offen kritisieren und die Lieder über das angeblich schönste Deutschland aller Zeiten nicht mitsingen wollen. Uli Masuths härteste Erfahrung: eine Hausdurchsuchung, die mit einem sogenannten Kennverhältnis zu einer Persona non grata begründet wurde. Ein Gespräch zwischen Weltschmerz und Galgenhumor, mit viel Livekabarett garniert.
GoKonrad Hummler ist ein Schweizer Unternehmer und Publizist. Er war geschäftsführender Teilhaber der Privatbank Wegelin mit einem Kundenvermögen von etwa 24 Milliarden Franken, Verwaltungsratspräsident der „Neuen Zürcher Zeitung“ und Bankrat der Schweizerischen Nationalbank. Heute ist er Stiftungsratspräsident der J.-S.-Bach-Stiftung in St. Gallen. Hummler möchte das gesamte Vokalwerk des grossen Komponisten zur Aufführung bringen. Mit Giuseppe Gracia spricht er über seine Leidenschaft für die religiöse und geistliche Dimension von Musik und Kultur, über die Welt der Grossfinanz und der Massenmedien. Verliert Europa Gott und die humanistische Bildung aus den Augen? Was bedeutet das für unsere Zukunft?
GoWas macht die Musik zur höchsten aller Künste? Was macht die Frau zum schönsten aller Motive? Und wo liegt die Grenze zwischen Kunst und Pornografie? Im heutigen Feuilleton denkt Andreas Thiel noch einmal bei einem Glas Portwein über Künstler und ihre Motive sowie Kunstwerke und deren Betrachter nach, womit dieser Themenkreis bei weitem nicht erschöpft, aber vorerst abgeschlossen sein wird.
GoDer 1895 in Dresden geborene Kunsthistoriker und Kunsthändler Hildebrand Gurlitt lässt keinen Zweifel daran, wem sein Herz gehört: den Erbauern, Architekten und Bürgern der deutschen Kultur. Angelehnt an Fontanes Wanderung durch die Mark Brandenburg, durchreist der Kunsthistoriker seine Heimat mit geistigen Siebenmeilenstiefeln. Es geht nach Freiberg, nach Kriebstein und natürlich nach Meißen. Hildebrand Gurlitt war ein Verfechter der von den Nationalsozialisten „verfemten“ modernen Kunst. Aus diesem Grund verlor er seine Anstellungen als Direktor des Zwickauer König-Albert-Museums und als Leiter des Hamburger Kunstvereins. Später wurde er zu einem der erfolgreichsten Kunsthändler. Im besetzen Paris war er als einer der Haupteinkäufer für das geplante „Führermuseum“ tätig. Ein Hörbuch, gelesen von Uwe Steimle.
GoDie Liebe, so lehren Poeten aller Zeiten, ist das Größte im Leben. Auch für die Bibel ist alles, was Menschen jemals erreichen können, ohne Liebe nichts. Doch was ist das eigentlich, Liebe? Ist es ein Gefühl, ein Seelenzustand, ein zwischenmenschliches Ereignis? Hat Liebe etwas mit Menschenrechten zu tun? Oder ist Liebe eine Illusion, ja sogar Teil eines Machtdiskurses unter Menschen?
GoIm Kurhaus Waldbronn fand am Wochenende ein besonderes Musikfest statt: Big Bands aus der Region gaben ihr Stelldichein mit Stücken aus den 40er, 50er und 60er Jahren, ein Gipfeltreffen der Livekunst. Ludger Kusenberg alias Ludger K. traf einen der zahlreichen Musiker: Uli Schünemann spielt Trompete in der „Big Band 17“ aus Mannheim, er weiht uns ein in die Besonderheiten des Big-Band-Klangs. Hier sind vorwiegend Idealisten und Liebhaber am Werk, monetäre Aspekte spielen kaum eine Rolle, denn: „Wo früher eine siebenköpfige Tanzkapelle engagiert wurde, holt man sich heute einfach einen DJ.“ Auch in seinem beruflichen Paralleluniversum hat Uli Schünemann einiges aufzubieten, ganze sieben Jahre arbeitete und lebte er in China. Natürlich hat Ludger das Konzert der „Big Band 17“ mitgeschnitten und zeigt uns Auszüge daraus; wie gewohnt leitet er seine Sendung ein mit wuchtigem Livekabarett, diesmal wieder brandaktuell zum jüngst vorgestellten rosa Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft.
GoAm Wochenende ging die diesjährige Berlinale zu Ende, Ludger K. war dort und ist tief abgetaucht in die Welt surrealer Filme, unbekannter Promis und beeindruckender Lichtspielplätze. Welches ist eigentlich das grundlegende Prinzip der Berlinale? Ist alles nur Wichtigtuerei, oder zeigen sich in der Hauptstadt auch langfristig beachtenswerte Filmperlen? Im Gespräch mit „Sidekick“ Christian Hirdes (Achtung: Der Mann ist ab sofort öfter in „Ludgers Welt“ dabei!) begeben wir uns auf Spurensuche, lernen Japaner in Pappkartons kennen, eine ergreifende Widerstandsgeschichte und den schändlichen Taxi-Killer Uber aus Kalifornien. Ein unterhaltsamer Talk der besonderen Art, ganz real statt surreal.
GoAls der Lockdown nahezu das gesamte Kulturleben in Deutschland lahmlegte, hieß es für viele Künstler: Wenn mir jetzt nicht etwas Neues einfällt, stehe ich ohne Einkommen da. So erging es auch der Schauspielerin und Sängerin Dana Golombek von Senden. Kurzerhand stieg sie in den neuen Hörbuchverlag Die Gehörgäng ein und gründete kurze Zeit später zusammen mit Antje Lewald und Astrid Kohrs zudem Montalto Veritá, „einen Verlag, der Bücher und Hörbücher macht, die sich mit Mut und Angst auseinandersetzen, mit Freiheit und Demokratie und nicht mit Framing.“
GoIm Essayband „Die letzten Europäer. Sieben Studien“ finden sich Künstlerporträts unter anderem des Erzählers Albert Vigoleis Thelen. Bernd Wagner bringt uns den selbsternannten „Erzweltschmerzler“ anhand von dessen Hauptwerk, dem autobiografischen Roman „Insel des zweiten Gesichts“, nahe. In seinem Sammelband stellt Wagner europäische Persönlichkeiten eines aussterbenden Menschentypus vor, deren Andenken dazu dient, eine gewachsene europäische Kultur zu erhalten. „Die letzten Europäer. Sieben Studien“ ist im März 2024 in der Edition Buchhaus Loschwitz erschienen.
GoDas erste Quartal 2024 ist rum, Ludger K. bastelt eifrig an neuen Kabarettnummern und staunt, wie aktuell noch immer manche Themen sind, die eigentlich schon ad acta hätten gelegt werden sollen. Mit seinem Jahresrückblick „Schluss. Aus. Sense!“ war Ludger bis vor kurzem auf Tour. Erleben Sie in dieser Sendung einen Livemitschnitt dieses Programms. Es geht um Staatsempfänge, Klimakrise, Gendersternchen und böse Russen. Ein Festival für alle, die gepflegten Sarkasmus noch zu schätzen wissen.
GoSie hat die Kunst des Operngesangs von der Pike auf gelernt, weiß ebenso virtuos die Violine zu spielen, kommt aus einer Künstlerfamilie und liebt Frankreich – dann muss sie in der Szene doch von allen geachtet sein, oder? Alice Hoffmann hat erfahren, dass zwischen geachtet und geächtet manchmal nur ein schmaler Grat zu finden ist. Die Entwicklung der letzten Jahre im Bereich des sozialen Miteinanders verschlug ihr im wahrsten Sinne den Atem, sie bezog offen Stellung, wurde angefeindet, bereut aber nichts, denn: „Ich hätte mich sonst nicht mehr im Spiegel anschauen können.“ Zum Glück war sie auch organisatorisch kreativ und gründete ein außergewöhnliches und ziemlich verrücktes Duo, mit dem sie als große Sängerin die Welt der Kleinkunst enterte. Nun steht beruflich ein neues Highlight an, auf das sie sich ungemein freut: Alice Hoffmann wird bald festes Chormitglied sein an der Semperoper Dresden. Mit Ludger K. ist sie befreundet, die beiden trafen sich in Kassel zu einem schwungvollen Gespräch, das aber auch ein paar Tücken in petto hatte. Kabarett? Gibt’s am Anfang wie gewohnt auch.
GoVermutlich kennen Sie Heinrich Berger nicht, Sie haben aber sicher schon von ihm gehört. Er ist eine Nebenfigur in einer Geschichte von Robert Louis Stevenson und ein weltberühmter Musiker. Man nennt ihn den „Beethoven der Südsee“ oder den „Vater der hawaiianischen Musik“. Er hat preußische Marschmusik in der Südsee populär gemacht und volkstümliche Motive verarbeitet. Zu seinen bekanntesten Werken zählt die Hymne „Hawai’i pono’i“ und der Welthit „Aloha ’Oe“. Axel Clauß ist Bürgermeister von Coswig (Anhalt), einer kleinen Stadt in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg, aus der Heinrich Berger stammt. Axel Clauß erzählt von der freundschaftlichen Verbindung nach Honolulu, die er aufgebaut hat, und von dem Bemühen der Stadt Coswig, in der Kulturlandschaft einen eigenen Platz neben den berühmten Namen Wittenberg, Wörlitz und Dessau zu behaupten.
GoKunst, Kommerz, Kultur und andere Katastrophen: Darum geht es in der Sendung „Wirtschaft und Politik“. Einer, der darüber spricht, ist Raymond Unger. Er war Therapeut und Dozent, dann wechselte er in der Mitte des Lebens zur Malerei und wurde auch in diesem Metier erfolgreich. Er ist einer der wirklich wenigen bildenden Künstler, die von ihrer Kunst leben können. Wie gelingt das? Klinken putzen bei Galerien? Marketing in eigener Sache? Solides Handwerk. Raymond Unger berichtet auch über Kunst als Wirtschaftsfaktor. In noch einem Bereich ist Unger erfolgreich. Er schreibt Romane dafür, sich und die Welt besser zu verstehen. Sachbücher, die erklären, was ihn beschäftigt. „Das Impfbuch“ ist ein solides, gut recherchiertes Werk über Corona, die Geschäfte, auch die politischen, mit dieser Epidemie, die ganze Länder in den schweigenden Lockdown schickte.
GoIn der Schule und an der Universität spielen musische Fächer immer weniger eine Rolle, wie auch die Geisteswissenschaften. Was verliert eine Gesellschaft, die zunehmend auf lebens- und berufspraktische Verwertbarkeit setzt und weniger auf Kultur, Literatur, Musik, Philosophie?
GoVom Ballett über die Akrobatik zum Sprechtheater und von dort übers Politkabarett ins Feuilleton der NZZ verschlägt es den philosophisch veranlagten Punk. Thiels Künstlerkarriere ist voller überraschender Wendungen. 2009 wird der ehemalige Graffitisprayer, Nachtwächter, Velokurier und Kellner mit dem Liberal Award der Schweizer Jungfreisinnigen geehrt. Auf Kontrafunk präsentiert und kommentiert er den Livemitschnitt seines damaligen Kabarettprogramms „Politsatire 3“. Es war das fünfte von insgesamt sieben Bühnenprogrammen.
GoMatthias Matussek wird 70! Gratulanten sollten Schlange stehen. Wegbegleiter, Bewunderer und Neider. Schließlich hat der wilde Matthias mit der genialen Schreibe die deutsche Kulturlandschaft geprägt, einfühlsame Texte geschrieben und ist selber ein Kulturgut. Doch es kam anders. Im „Basta Berlin“-Spezial begrüßt „Basta“-Mann Benjamin Gollme Matthias Matussek. Sie reden über seine Erfolge und Skandale. Darüber, wie es sich anfühlt, wenn die Scheinwerfer der Talkshows aus bleiben, und darüber, warum Matussek in der Blüte seines Lebens steht.
GoLudger K. haut noch mal alles rein in seine letzte Sendung vor der Sommerpause: Erst Liveauftritt im Untergrund, danach trifft er eine besondere Frau. Anja Reuther ist mit ihrem Hinterhofsalon fester Bestandteil der Kulturszene in Köln, sie gibt dort auch und vor allem den Freidenkern der Szene eine Bühne. Fast hätte ein Übermaß an Bürokratie ihren Theatertraum zunichte gemacht, doch Anja kämpfte sich durch und behielt auch in der Corona-Zeit ein starkes Rückgrat. Schon als elfjähriges Mädchen war ihr ein echter Coup gelungen: Sie schrieb großen Persönlichkeiten des politischen Weltgeschehens einen Brief und bat sie darin um ihr Lieblingsgedicht – aus den Antworten entstand ein Bestseller, der heute mit zeitlicher Distanz umso kraftvoller wirkt. „Ich bin sicher, dass du die Tiefe dieses Gedichtes erkennen wirst, vor allem wenn du es später einmal wieder liest“, schloss Richard von Weizsäcker damals seinen Brief. Wie wahr! Ein spannendes Gespräch über Freiheit, rheinische Doppelmoral und die Kraft großer Worte.
GoAuch wenn alles schiefgelaufen ist – „even though it all went wrong“ –, wir singen dem Leben, wenn wir es in seiner ganzen Vielfalt betrachten, ein inniges Loblied. Das ist die Botschaft von „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Wie zufällig hat sich der Song zu einem der größten Welthits entwickelt. Der Mönch und Liedermacher Shingen Jan Gaensslen erklärt, dass gerade das absichtslose Vorgehen manchmal einen unverhofften Erfolg mit sich bringt, dass Pläne dagegen oft scheitern. Diese Weisheit des Zen zeigt sich für ihn beispielhaft an der Karriere von Leonard Cohen, der im Kloster als Jikan mit Shingen zusammengelebt hat. Shingen Jan Gaensslen stellt uns obendrein die Songs „Ballad of the Absent Mare“ und „Anthem“ vor und erzählt, dass schon die Liedermacher-Akademie von Christof Stählin einige Schritte auf dem Weg des Zen gegangen ist.
GoDie Journalisten Wolfgang Koydl („Weltwoche“), Frank Lübberding (u. a. „Welt“) und Stefan Millius (Kontrafunk) diskutieren mit Burkhard Müller-Ullrich über einen olympischen CSD, der fast so abstoßend war wie ein queerer Kirchentag, über Kamala Harris als US-Präsidentin der deutschsprachigen Mainstreamherzen, über Wirkung und Bedeutung der plötzlich öffentlich gewordenen Corona-Sitzungsprotokolle des Robert-Koch-Instituts sowie über die Frage, ob unsere saturierten Gesellschaften nicht sowieso bald wieder Masken überziehen und von den ganzen Wissenschafts- und Staatsverbrechen nichts mehr hören wollen.
GoSeit der Erfindung des Computers und dem Traum seiner Erfinder, aus Rechenmaschinen einmal digitale Denkapparate zu machen, schreitet die Digitalisierung vieler Arbeits- und Lebensbereiche stetig voran. Jedes Jahrzehnt hatte seine Stars und Utopien. Aktuell sind die großen Sprachmodelle – auf Englisch „Large Language Models“ – in aller Munde. Unter dem Marketingbegriff „Artificial Intelligence“, kurz AI, werden Firmen wie Open AI mit ihrem Produkt Chat GPT quasi aus dem Nichts zu den Lieblingen der Investoren. Moderne Sprachmodelle liefern tatsächlich erstaunliche Ergebnisse. Kreative Prozesse wie das Generieren von Texten, Bildern oder Musikstücken werden in Sekundenschnelle erledigt. Aber ist das, was die Tech-Riesen uns da als „künstliche Intelligenz“ verkaufen wollen, wirklich intelligent? Oder handelt es sich dabei einfach um digitale Automaten der nächsten Generation? Und kann man das, was die Maschine da ausspuckt, als Kunst bezeichnen?
GoSie hat die Kunst des Operngesangs von der Pike auf gelernt, weiß ebenso virtuos die Violine zu spielen, kommt aus einer Künstlerfamilie und liebt Frankreich – dann muss sie in der Szene doch von allen geachtet sein, oder? Alice Hoffmann hat erfahren, dass zwischen geachtet und geächtet manchmal nur ein schmaler Grat zu finden ist. Die Entwicklung der letzten Jahre im Bereich des sozialen Miteinanders verschlug ihr im wahrsten Sinne den Atem, sie bezog offen Stellung, wurde angefeindet, bereut aber nichts, denn: „Ich hätte mich sonst nicht mehr im Spiegel anschauen können.“ Zum Glück war sie auch organisatorisch kreativ und gründete ein außergewöhnliches und ziemlich verrücktes Duo, mit dem sie als große Sängerin die Welt der Kleinkunst enterte. Nun steht beruflich ein neues Highlight an, auf das sie sich ungemein freut: Alice Hoffman wird bald festes Chormitglied sein an der Semperoper Dresden. Mit Ludger K. ist sie befreundet, die beiden trafen sich in Kassel zu einem schwungvollen Gespräch, das aber auch ein paar Tücken in petto hatte. Kabarett? Gibt’s am Anfang wie gewohnt auch.
GoVermutlich kennen Sie Heinrich Berger nicht, Sie haben aber sicher schon von ihm gehört. Er ist eine Nebenfigur in einer Geschichte von Robert Louis Stevenson und ein weltberühmter Musiker. Man nennt ihn den „Beethoven der Südsee“ oder den „Vater der hawaiianischen Musik“. Er hat preußische Marschmusik in der Südsee populär gemacht und volkstümliche Motive verarbeitet. Zu seinen bekanntesten Werken zählt die Hymne „Hawai’i pono’i“ und der Welthit „Aloha ’Oe“. Axel Clauß ist Bürgermeister von Coswig (Anhalt), einer kleinen Stadt in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg, aus der Heinrich Berger stammt. Axel Clauß erzählt von der freundschaftlichen Verbindung nach Honolulu, die er aufgebaut hat, und von dem Bemühen der Stadt Coswig, in der Kulturlandschaft einen eigenen Platz neben den berühmten Namen Wittenberg, Wörlitz und Dessau zu behaupten.
GoMatussek präsentiert einen weiteren Außenseiter der deutschen Literatur, und das mit Innigkeit und durchaus identifikatorischem Furor: Georg Büchner, der nur 23 Jahre alt wurde, war die faszinierende Stichflamme unseres Kulturkanons. Nur fünf Werke, meist Fragment geblieben, aber von durchschlagender Wirkung bis heute. Das Flugblatt „Der hessische Landbote“, das Revolutionsdrama „Dantons Tod“, der Marsch in den Wahnsinn in der Novelle „Lenz“, das Lustspiel „Leonce und Lena“, schließlich der arme „Woyzeck“. War Büchner Revolutionär? Oder, wie Matussek meint, ein verzweifelter Gottsucher? Begleiten lässt er sich von Ludwig van Beethoven, Edith Piaf, Franz Schubert, Alban Berg. (Wiederholung)
GoAlltagsästhetische Wertungen äußern sich zumeist als spontane, fraglos evidente „Empfindungstatsachen“. Was ihnen aber zugrunde liegt, wird selten genauer gewusst. An zwei Beispielen – der Erfahrung landschaftlicher und menschlicher Schönheit – wird das Zustandekommen derartiger „Empfindungstatsachen“ genauer erläutert. Danach wird nach der Bedeutung des Schönheitsbegriffs in der Kunst gefragt. Schließlich: Warum wurde das Kunstschöne in der jüngeren Vergangenheit zum Objekt endloser Angriffe? (Wiederholung vom 9. April 2023)
GoIm letzten Teil unserer Reihe geht es um das schöne Anrichten von Speisen. Und da das Anrichten genauso Moden unterworfen ist wie die Musik oder die Malerei, stellt der Koch Heiner Bohnet die klassischen Anrichtemethoden vor und schildert, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. „Form follows function“ genießt aber auch in der Küche weiterhin Gültigkeit, und um die zu beherzigen, verrät er die besten Tipps und Tricks.
Nächster Termin „Kontrafunk bringt Menschen zusammen“: Samstag, den 14. September 2024, um 18 Uhr bei Nürnberg. Anmeldungen unter: [email protected]
GoEr ist Erfinder und Musiker, er ist Bayer – von einer Alm oberhalb von Garmisch – und er ist ein Charakter. Von der Alm weg, als er Alm, Eltern und Einsamkeit da oben nicht mehr ertragen wollte. War sein Vater gelegentlich Musiker, aber was für einer, wurde Toni zum Vollblutmusiker und bayerischen Entertainer. Er war mit seiner Kunst bei „Wetten, dass …?“ und Stefan Raab. Er füllte große Säle. Dann kam Corona und stoppte vieles. Bartl trat nicht mehr mit seinen oft selbst gebauten Instrumenten auf, sondern er bezog Stellung gegen die Corona-Hysterie in den sozialen Medien – bis ihm der Kanal buchstäblich stillgelegt wurde. Bartl gibt keine Ruhe und bedient – nach Corona – seine sozialen Kanäle so virtuos wie seine Instrumente. Jetzt ist Bartl zu sehen auf kleinen Bauernbühnen im Videodialog mit seinem verstorbenen Vater. „Wenn er mir nicht das Akkordeon beigebracht hätte, wäre ich nicht der geworden, der ich heute bin“, so Bartl. Eine Versöhnung auf der Bühne. Nach all den Jahren kommt man seinen Vätern wieder nahe.
GoKreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell ist. Woher kommt diese Kraft im Menschen? Warum wird diese Kraft im Alltag oft nicht gebraucht? Kann das kreative Potenzial in uns allen in Zeiten der Experten, der künstlichen Intelligenz und der politischen Polarisierung helfen?
GoIm Tanzen entwindet sich der menschliche Körper der Schwerkraft des Alltags und bringt flüchtige Verse eines sinnlichen Ausdrucks hervor. So zumindest erscheint es Alexander Christ und Matthias Burchardt, den bekennenden Nichttänzern, in ihrer zaghaften Annäherung an das so bedeutsame Kulturphänomen des Tanzens. (Wiederholung)
GoIst Musik nur „organisierter Lärm“ oder so viel mehr als das? Das Wesen des Musizierens liege darin, die Stille hörbar zu machen, sagen manche Musiker. Musizieren kann an sich jeder Mensch, manchmal mit großem Können, manchmal mit bescheidenem Erfolg, aber immer löst das Musizieren Emotionen aus. In dieser Folge von „Philosophieren“ im Kontrafunk unterhalten sich Matthias Burchardt und Alexander Christ über das Musikmachen und dessen tieferen Sinn. (Wiederholung vom 11. März 2024)
GoMoment mal, diese Aufnahme ist tatsächlich schon zehn Jahre alt? Ja, ist sie! Umso erstaunlicher der Effekt, wenn wir uns heute das Programm „Hilfe, ich werd’ konservativ!“ von Kabarettist Ludger K. noch einmal anhören. Im Jahre 2013 feierte er damit Premiere in Dieter Hallervordens Berliner Theater Die Wühlmäuse, die Aufzeichnung gab’s etwas später. Danach wurde es für Ludger immer enger in der Kleinkunstwelt, denn: Spott über das Thema Klimawandel? Kritik an unserer Einwanderungspolitik? Das darf man nicht als deutscher Künstler! Ludger hat’s durchgezogen, sein Weg zu uns begann mit diesem Kabarettprogramm – vor genau zehn Jahren. (Wiederholung vom 29. März 2023)
GoEr war direkt an der Quelle: Seine Großmutter Isot Kilian war die letzte Geliebte von Bertolt Brecht und hat ihre Liebe zum Theater an die Familie weitergeben. Seine Mutter hat schon dem sechsjährige Karsten makabere Lieder von Georg Kreisler vorgesungen und hat ihm von den Verfolgungen, die ihre Familie erleiden musste, erzählt. Sein Vater Josh Sellhorn war beim Verlag „Volk und Welt“ und hat in sogenannten Schallplattenvorträgen die Welt der jüdischen Kultur unter das Volk gebracht. Die Eltern trennten sich, doch die Liebe zu Kreisler und zu jiddischen Liedern behielten sie bei. Sie bilden immer noch die Säulen in den Programmen von Karsten Troyke, der damit seine Eltern im Geiste wieder zusammenführt.
Mit dem Ende der DDR fielen auch die Begrenzungen seiner Auftrittsmöglichkeiten und ermöglichten ihm eine imposante internationale Karriere. Nun konnte er die Lieder aus seinem Familienschatz und den trotzigen jüdischen Witz in die Welt hinaustragen. Doch er blickt nicht nur zurück, er schaut nach vorn und kommentiert in eigenen, humorvollen Liedern die jämmerlichen Zustände der Gegenwart.
GoDie kleine Tierschau. Die Alternative zum guten Geschmack.
Drei Freunde erleben ein „Rock-’n’-Roll-Märchen“, sie steigen von Straßenmusikern zu Lieblingen der Showbranche auf. Es ist eine „Karriere der Wunder, Wunder, Wunder“. Sie nennen sich Die kleine Tierschau, und ihr Programm bietet die „Alternative zum guten Geschmack“. Sie erweisen sich als die wahren „Giganten der Kleinkunst“. Sie waren die lustigste und lauteste Spaßkapelle in einer Zeit, die von Angst vor dem Atomkrieg und vor dem Waldsterben gezeichnet war. Michael Gaedt, der wie nebenbei zu einer Fernsehprominenz – man erkennt ihn auf der Straße – aufgestiegen ist und jüngst einen Überraschungsauftritt als Model auf der Fashion-Week hatte, blickt mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück auf 35 Jahre im Rampenlicht. Er spricht über das Glück und das Geheimnis des Erfolgs.
GoDiesmal beschäftigt sich Matussek mit dem großen Solitär der deutschen Dichtung, mit Friedrich Hölderlin. Und der Frage, was Pink Floyd und deren Gründer Syd Barrett mit ihm zu tun haben. Beide waren schön und genial und glitten auf dem Höhepunkt ihres Schaffens für Jahrzehnte in die lange Nacht des Wahns. Und beiden riefen den zurückbleibenden Freunden und Zeitgenossen hinterher, „Shine on You Crazy Diamond“. Dazu strategische Überlegungen mit Rüdiger Safranski, warum der Götterliebling Hölderlin zunächst von rechts (Heidegger, George) in den 20er-Jahren, dann aber von den Linken in den 70er-Jahren heftig zur Gallionsfigur gemacht werden konnte. Schließlich: Friedrich Hölderlin und Pink Floyds „Wish You Were Here“. (Wiederholung vom 30. Juni 2023)
GoWas haben die Inszenierungen in der Kunst – etwa im Theater oder im Museum – mit der medialen Inszenierung von Wirklichkeit gemeinsam, und was unterscheidet diese? Mit seinem Gast, der Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysi, erkundet Alexander Christ in dieser ganz besonderen Folge von „Philosophieren“ im Kontrafunk heute die wichtige Grenzlinie zwischen der gelungenen In-Szene-Setzung eines Kunstwerks und der perfiden Täuschung der breiten Massen durch absurde Schaustücke heutiger Politakteure. Jedes Inszenieren ist am Ende der Realität ausgesetzt, und so gilt wohl nach wie vor der Satz von Peter Glotz: „Die Inszenierung der Politik als Theater ist möglich. Aber sie hat ihre Grenzen. Irgendwann endet die Faszination jedes Theaterabends in den Mühen des Heimwegs.“
Go„Ich war wie ein Stück Fleisch im Löwenkäfig“, sagt Thomas Hoffmann aus München beim Blick auf sein spannendes Künstlerleben. Er gilt als erster professioneller Stripteasetänzer Deutschlands, tourte mit den Chippendales, traf Arnold Schwarzenegger in Los Angeles und bringt heute anderen Menschen bei, wie man auf richtige Weise die Hüllen fallen lässt. Eine verruchte Sache? Mitnichten! „Letztlich bin ich ein Ego-Coach, zu mir kommen Menschen, deren Selbstwertgefühl ich zu steigern helfe“, sagt Thomas, zu dessen Kunden auch hochrangige Manager oder Chefärzte zählen. Ein bodenständiger Münchner, der mit seiner Strip Academy eine Marktlücke besetzt. Ludger K. entlockt ihm nicht nur witzige Anekdoten, sondern auch seriöse Tipps, wie Menschen im Alltag allein mit guter Körperhaltung ihre gesamte Außenwirkung verändern können.
GoEr spielte Bass bei den Beatles, hatte in den Sechzigern mehrere Hits, machte Konstantin Wecker zum Star: Johnny Fischer traf auf seinem Lebensweg als Berufsmusiker alles, was Rang und Namen hatte. Im Gespräch mit Ludger Kusenberg alias Ludger K. führt er uns durch mehr als neunzig Lebensjahre! Als vermeintlich jüdisches Kind wurde er 1939 nach England verschickt, kam später zurück nach Wien und begann von dort aus eine atemberaubende Karriere im Showgeschäft. „Roy Black hat immer geschimpft wie ein Rohrspatz“, weiß Johnny zu berichten über den Mann, der lieber Rocker geworden wäre. Musiker, Arrangeur, Produzent, Verleger – seine Vita schildert Johnny Fischer so gewitzt, so weltgewandt und spannungsvoll, dass Ludger beinahe zu fragen vergisst, wie und wo das Konzert damals gemeinsam mit den Beatles war. Ein Gentleman mit englischem Humor und Wiener Schmäh nimmt uns mit auf Zeitreise. „Oh, Oh, What a Kiss“!
GoDer alte weiße Mann und der „Ostalgie-Blues“
Sein Lied vom „alten weißen Mann“, das dezent an „Forever Young“ von Bob Dylan erinnert, stand im August auf Platz eins der Liederbestenliste. Womöglich kennen Sie seine Songs nicht, doch die Fachwelt tut es, Paul Bartsch räumt immer wieder Kritikerpreise ab. Er blickt zurück auf 35 Jahre Liedermachen in der DDR und 35 im „freien Westen“. Er kann vergleichen. Gelegentlich packt ihn der „Ostalgie-Blues“, doch dann besinnt er sich, zitiert Hegel und Bloch und fragt sich, ob das Heimatgefühl nur eine vage „Utopie in der Vergangenheit“ war. Er spricht bedeutungsvoll von einem „Zirkustiger“, den die Gitterstäbe zahm gemacht haben, und lobt den Wert von echten Freundschaften.
GoRobert Gernhardt hat mit seinem Spottgedicht „Sonette find ich sowas von beschissen“ selbst ein vorbildliches Sonett geschaffen und die Kunstform aufleben lassen. Es werden immer noch Sonette geschrieben, und die alten werden neu diskutiert. Der Umgang mit dem berühmten „Sonett 66“ von William Shakespeare ist dabei besonders aufschlussreich. Im sozialistischen Weltbild sollte die Liebe keinen Platz haben; das „Sonett 66“ wurde von angepassten Kulturschaffenden verstümmelt, bei ihnen fehlt die Liebe. Ganz anders beim Schauspieler und Liedermacher Achim Amme, der über tausend Sonette „zusammengeleimt“ hat und dabei der Liebe einen besonderen Raum gibt – auch dem Sex! Er führt uns in einem flotten Streifzug durch die literarische Welt des Sonetts und stellt uns seine „Sexy Sonetts“ vor.
GoWenn Sokrates über die Darstellung des Guten in der Kunst philosophiert, verleiht er unseren Gedanken Flügel. Wenn er vorschlägt, die Darstellung des Schlechten zum Wohle aller zu verbieten, fängt er sie ein und sperrt sie in einen Käfig. Sokrates, der als Einziger in der Runde den Faden nie verliert, spielt mit unseren Gedanken Katz und Maus. Und das Spiel ist noch lange nicht zu Ende. Wir erreichen das dritte von zehn Büchern, die Platons Standardwerk über Staat und Gesellschaft umfassen.
GoIn unserer Lesestunde liest der Drehbuchautor, Regisseur und Fotograf Alexander Schwarz zwei Geschichten über Fotografen, deren Fotos trotz ihrer ursprünglichen Bestimmung nie veröffentlicht werden. In „Goodyear“ sucht ein junger Mann als „Location Scout“ nach Motiven für eine Liebesgeschichte. Die zweite Erzählung, „23 Foxtrott“ handelt von einem Fotografen, der auf einer Zugfahrt Fotos einer hübschen Mitreisenden macht. „Goodyear“ ist im Sammelband „Der Tag der Frösche“ 2003 im Berlin-Verlag erschienen, „23 Foxtrott“ ist bisher unveröffentlicht.
GoDiesmal ist der Schriftsteller und Waldgänger Norbert Scheuer zu Gast bei Matthias Burchardt und erzählt am Beispiel seines Bestsellers „Winterbienen“, wie ein Roman entsteht. Wie erarbeitet man seinen Stoff, findet eine angemessene Form, erfüllt die Figuren mit Leben? Und warum sind „Lockenwickler“ bedeutsam? Letztlich geht es auch um die Frage, wie man etwas Kostbares durch den Raum und durch die Zeit tragen kann, wenn die Welt verwintert.
GoIn Deutschland sollen staatlich finanzierte „Meldestellen“ künftig die Löschung von Meinungsäußerungen im Internet anweisen können. Klingt das nur nach Zensur, oder ist es das? Wir sprechen mit dem Staatsrechtler und früheren deutschen Verteidigungsminister Prof. Rupert Scholz (CDU). Nach der viel beachteten Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im EU-Parlament in Straßburg betrachten wir das Verhältnis zwischen Ungarn und der EU im Interview mit Bence Bauer, dem Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit am Mathias Corvinus Collegium in Budapest, näher. Der private Musikunterricht für Kinder und Erwachsene soll nach den Plänen der deutschen Bundesregierung künftig mit Umsatzsteuer belegt werden. Welche Folgen das haben könnte, erklärt die Bremer Geigen- und Bratschenlehrerin Henrieke Gosch. Und im Kommentar widmet sich Cora Stephan dem sogenannten Deppenapostroph, den jetzt auch intelligente Menschen benutzen dürfen.
GoSebastian Roth balanciert als „Highliner”, „Slackliner” und „Waterliner” in großer Höhe über der Erdoberfläche. Er berichtet von einer „Community“ von Extremsportlern, Akrobaten, Naturliebhabern und Aktivisten, die eine bessere Welt wollen, und die sich – so wie er es tut – in luftige Höhen begeben, in einen „Overground“. Sie gehen also nicht etwa in den „Underground“, sie tauchen nicht ab, sie steigen auf. Sebastian Roth, der nebenbei zahlreiche Schriften von Osho übersetzt hat, erzählt von seiner Hingabe zur Natur und zum Seiltanzen und verrät, dass er auf dem Hochseil Musik hört, die ihm das „Leben gerettet“ hat, und dass er, wenn er zurück auf festem Grund ist, Kontrafunk einschaltet, um wieder Bodenhaftung zu kriegen.
GoPrzemek Schreck ist künstlerischer Gesamtleiter des Vereins Die Erzählerei. Am liebsten spricht er über Kafka. Seit mehr als zwölf Jahren zieht er durch die Straßen von Prag und erzählt und erzählt. Er hält Vorträge in Schulen, Bibliotheken, Salons und leidenschaftlich gerne in Kaffeehäusern, wo Kafka sowieso hingehört und wo er ihn am besten mit seinen Erzählungen „lebendig machen“ kann. Das tut er mit Hingabe. Er stellt uns Kafka als lustigen und geselligen Menschen vor, jenseits aller „Klischeebilder“, die wir von ihm haben. Um es in einem für Kafka-Prosa typischen Als-ob-Satz zu sagen: Wenn Przemek Schreck von Kafka erzählt, ist es, als ob das Schwarzweißbild, das wir kennen, immer farbiger und schließlich dreidimensional würde, als ob uns Franz Kafka gegenübersäße und uns anlächelt.
GoDie Kunsttanke in Merseburg, Sachsen-Anhalt, ist ein Hort geistiger Offenheit. Betreiberin Ute Richnow hat mit ihrer Idee, jedem Kunstschaffenden einen Raum zu geben, am Bodensee begonnen und ist nun in Sachsen-Anhalt gelandet. Ludger Kusenberg alias Ludger K. ist dorthin gefahren und leitet vor vergnügtem Livepublikum eine Gesprächsrunde mit Betreiberin Ute, deren Sohn, der Zimmermann gelernt hat, einem Philosophen, der an Menschen auf der Venus glaubt, und einer Ärztin, die das Drumherum ihrer Arbeit nicht mehr ertragen konnte und ihre Praxis schloss. Es ist die 100. Ausgabe von Ludgers Welt, wie gewohnt mit aktuellem Kabarett, gewagten Gedanken und jeder Menge Bekenntnislust.
GoJede Form von Herrschaft bringt ihre eigenen Bauformen hervor. Das Mittelalter baute Kathedralen, der Absolutismus prunkvolle Schlossanlagen. Diktatoren von Stalin über Hitler bis zu Ceaușescu bevorzugen Monumentalbauten und hinterlassen ihren Nachfolgern oft ein lästiges Erbe; Demokratien bauen gerne mit Glas, um Transparenz zu signalisieren. Dazwischen liegen postdemokratische Baustile, vom EU-Parlamentsgebäude bis zum neuen Deutschen Reichstag oder zum Bundeskanzleramt.
GoAn drei Beispielen von Alltagswahrnehmungen soll unsere Gegenwartsgesellschaft plastisch charakterisiert werden: Erstens wird das typische Aussehen und der Habitus vieler Einheimischer mittels des Oberbegriffs der „Vulgärdekadenz“ und milieuspezifischer Varianten derselben gedeutet; zweitens wird der „Multikulturalismus“ konkreter anhand des Aussehens und Verhaltens bestimmter Gruppen von Fremden und zwangsläufig darauf entstehender xenophober Reaktionen von Indigenen untersucht; und drittens wird am Beispiel der sogenannten Graffiti die Verwahrlosung unserer Gesellschaft in den Blick genommen.
GoIn dieser Ausgabe berichtet der Chemiker Dr. Martin Wehlan über die von den Grünen angestrebte CCS-Technologie zur CO₂-Neutralität. Welche politischen Fehler im österreichischen Gesundheitssystem gemacht worden sind, erklärt die Grazer Medizinerin Maria Hubmer-Mogg, die als Spitzenkandidatin ihrer Partei DNA bei den anstehenden Landtagswahlen in der Steiermark antritt. Um den Protest gegen den Eurovision Song Contest und dessen Finanzierung aus Steuermitteln geht es im Interview mit EDU-Politiker Samuel Kullmann, dessen Partei die Austragung der Veranstaltung in der Schweiz verhindern will. Und im Technikcheck von Helge Toufar blicken wir auf die politische Jagd nach seltenem Lithium und die Hintergründe.
GoWas ist von den neuen Machthabern in Syrien zu halten, und wie könnte das Land den Weg zum Frieden finden? Der bekannte Islamwissenschaftler Prof. Udo Steinbach erläutert die Lage. In Georgien protestieren Tausende gegen die Regierung und für einen baldigen Beitritt zur EU. Die Hintergründe erklärt Südkaukasus-Experte Ramon Schack. Mit Benjamin Netanjahu steht erstmals ein amtierender Premierminister Israels vor Gericht, und das mitten im Krieg. Einzelheiten dazu hören Sie aus Tel Aviv von „Weltwoche“-Korrespondent Pierre Heumann. Und im Kommentar des Tages widmet sich Cora Stephan den Kathedralen Europas.
GoIn der „Weihnachtswelt“ im Bismarck-Schloss Döbbelin herrscht freudige Betriebsamkeit. Alexander von Bismarck erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Geschäft zum Weihnachtsfest, von Trends, von der Modefarbe Weiß und von der „kleinen grünen Gurke“. Er glaubt, „dass gerade die schöne Weihnachtszeit dazu angetan ist, die innerlichen Werte – und dass man wieder lachen kann – dazu führen, dass wir uns fragen: Müssen wir wirklich in einer Aggressivität miteinander reden, oder können wir andere Wege gehen? Wege, die es früher immer gegeben hat“. Nach wie vor setzt er auf Diplomatie, auf persönliche Begegnungen und auf Kulturaustausch. Heute steht auf dem Wunschzettel, „dass man friedlich zusammenkommt“: Deutsche und Russen. Auf die Frage, ob wir im Moment mehr Hoffnungen haben können oder mehr Ängste haben müssen, antwortet er klar: „Wir können hoffen.“
GoDer Medienwissenschaftler und Hörspielexperte beschreibt in seinem Essay die Entwicklung des deutschen Hörspiels von seinen Anfängen im Jahr 1924 bis zur Gegenwart. Dabei hat die Radiokunst in ihrer hundertjährigen Geschichte Höhen und Tiefen durchmessen. Es gab Glanzpunkte, die mit den Namen Günter Eich oder Ernst Jandl verbunden sind, aber auch institutionelle Eingriffe, die mit Zensur oder Bevormundung des Hörspiels einhergingen. Es spricht Christian Hörburger.
GoDie Karriere von Michael Gaedt in der Welt der leichten Unterhaltung kam ihm selbst wie ein einziges Wunder vor. 35 Jahre hat er durchgeschwitzt vorne am Bühnenrand gestanden und sich verausgabt. Nun hat er überraschend zur Oper gefunden und wurde erfolgreich Regisseur bei „Freischütz“ und „Entführung aus dem Serail“. Doch so überraschend ist es nicht, denn die Welten liegen nicht weit auseinander. „Das Neue ist immer dasselbe“, erklärt er. „Ein 3-Minuten-Popsong ist nichts anderes als ein 120-Minuten-Film in Überlänge. Nur zusammengedampft. Es geht immer um die echten Gefühle, um die echte Angst. Wo kommt sie her? Warum habe ich die Furcht? Wie komme ich darüber hinweg? Wo ist die Liebe?“ Eine Sendung für Freunde und Verächter der Oper gleichermaßen. Und für Freunde des Motorrads.
GoGiuseppe Gracia im Gespräch mit dem Schweizer Schriftsteller Volker Mohr, dessen neuer Roman „Die höllische Komödie“ 2024 im Loco-Verlag, Schaffhausen, erschienen ist. Der Roman fragt nach dem Zustand der Gedanken- und Gesinnungsfreiheit in der heutigen Kulturszene. Wie hoch ist der Preis, wenn man vom verordneten Mainstream abweicht? Volker Mohr war 2024 für einen renommierten Literaturpreis nominiert und wurde von einer denunziatorischen Buchhändlerin um die Auszeichnung gebracht. Ein Einzelfall oder für unsere Zeit typisch?
GoDie Leiden des Kleinanlegers Matussek stehen diesmal im Mittelpunkt, eine satirische Erinnerung an sein wechselndes Glück am Roulettetisch der Börse, hochaktuell, denn selbst den Gewinnern droht der grüne Staatsraffke Robert Habeck das für ein sorgenfreies Alter Errungene wegzunehmen. Betrachtungen über Michelangelo, den „göttlichen Künstler“, und dessen tumultuöse Zeiten voller Tugendterroristen (Savonarolas Kindersoldaten, die Grüne Jugend von einst), den deutschen Sonderweg (Martin Luther), nicht erfundene Seuchen (Pest) – und die unvergängliche Schönheit des christlichen Abendlandes (Pietà, David, Sistina). Ein Austausch mit Jordan Peterson über das Pharisäertum falsch verstandener christlicher Nächstenliebe. Die Rückkehr des Faschismus unter verkehrten Vorzeichen. Briefe. Dazu Erinnerungen an die Kultband der 70er-Jahre mit dem frivolen Namen 10cc, unter anderem mit „The Wall Street Shuffle“ und „I’m Not in Love“.
GoDiesmal beschäftigt sich Matussek, fernab der Aktualität, mit dem legendären Fernsehmacher Wolfgang Menge, über den soeben eine fulminante Biografie erschienen ist. Autor Gundolf Freyermuths „Wer war WM“ (Kadmos-Verlag) porträtiert darin einen „Televisionär“, der den öffentlich-rechtlichen Betrieb von heute wie eine teure und kahle Mondlandschaft an Einfallslosigkeit und Regierungspropaganda aussehen lässt. Mit dem „Millionenspiel“, „Ein Herz und eine Seele“ (Ekel Alfred), „3 nach 9“ und unzähligen Fernsehspielen hat Menge lustvoll ebenso die Apparate durchgeschüttelt wie die Zuschauer.
Vereint mit dem Autor, zeichnet Matussek den Weg des ewig spöttelnden berühmtesten Glatzkopfs des Fernsehens nach, ein Abenteurer und Spieler, der in seiner genauen Beobachtung der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft zu einem „Balzac“ des Mediums wurde. Ein Autorenleben voller Wirkungstreffer. Er feuerte pausenlos, von der frühen Krimiserie „Stahlnetz“ bis zum inszenierten nationalen Notstand „Smog“, bis das Gestrüpp an Bürokraten mit Parteibuch zu dicht wurde und er schließlich ermattet aufgeben musste. Und feststellen musste: „Wenn die Würstchen an der Macht sind, wird der Senf rationiert.“ Womit auch diese Sendung hochaktuell ist.
GoDas Sedgwick war die Diskothek in Aschaffenburg, nun ist Schluss, Betreiber Oliver Keilbach musste Insolvenz anmelden. Trübsinn? Nein, Tatendrang! Ein paar Kilometer südlich entsteht nun etwas, das gegensätzlicher kaum sein kann, rustikal wie ein Hirschgeweih auf Bierdeckeln und dennoch Anziehungspunkt für die Jugend. Oder gerade deswegen? Ludger Kusenberg alias Ludger K. hat Olis Schaffen in Aschaffenburg schon vor zwei Jahren bei uns vorgestellt, nun geht die Geschichte weiter. Herr Keilbach teilt noch frecher aus gegen alles, was auch nur nach Politik aussieht: „Natürlich wird Politik am Stammtisch gemacht“, sagt er und wittert einen kollektiven Erwachungsprozess. Vorab gibt’s Kabarett samt schaurig-schönem Popzitat.
GoWir bringen eine Lesung aus dem Buch „Kunst und Kultur gegen den Strom“ von Eugen Zentner. Künstler und Kulturschaffende sind nicht bloß Unterhalter, sie sind Kommentatoren der Zeit. Sie sind Mitgestalter, Rebellen, manchmal sogar Friedensstifter. Von diesem Selbstverständnis haben sich viele der heutigen Künstler jedoch weit entfernt, zumindest diejenigen, die im sogenannten Mainstream Bekanntheit genießen. Das hat strukturelle Gründe. In dieser Arena kann nur überleben, wer nicht aufbegehrt, wer der Regierungspolitik treu bleibt und sich zur herrschenden Ideologie bekennt. Seit der Corona-Politik grassiert die Cancel-Culture in zunehmendem Maße. Einige Künstler lassen sich davon jedoch nicht einschüchtern. Sie passen sich nicht an, sie üben Kritik an den Missständen und erheben ihre Stimme. „Kunst und Kultur gegen den Strom“, der dritte Band aus der Reihe „The Great WeSet“, ist 2024 im Massel-Verlag erschienen.
GoDer brutale Angriff einer Mädchengang auf eine Mitschülerin in der Schweiz hat Schlagzeilen gemacht. Über steigende Gewalt unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund sprechen wir mit dem Anwalt und SVP-Nationalrat Pascal Schmid. Weiterhin betrachten wir das Schulfach Kunst. Wie wichtig die Kunst auch für andere Fächer sein kann, berichtet der Gymnasiallehrer Tilman Kuhrt. Hören Sie außerdem eine weitere Ausgabe der Bildungsnachrichten.
GoAm Anfang der Weimarer Republik stand die „Urkatastrophe“ des Ersten Weltkrieges und an ihrem Ende stand der Schritt in die Barbarei des Hitler-Regimes. Dazwischen lagen Jahre unablässiger politischer, wirtschaftlicher und sozialer Krisen. Zugleich entfaltete sich ein kulturelles Leben von historisch beispielloser Mannigfaltigkeit. Die Zwanzigerjahre brachten in allen Bereichen Werke von Weltrang hervor, und zugleich schufen sie eine anspruchsvolle Massenkultur, die breite soziale Schichten erreichte.
GoZurzeit steigt die 75. Berlinale, das alljährliche Filmfestival, welches auch in diesem Jahr nicht ohne Belehrungen auskommt und ziemlich schräge Kinokreationen. Aber: Es gibt natürlich auch Highlights, so etwa die Verfilmung der Vita des Bob Dylan, die Weltpremiere eines packenden Kriegs- und Liebesdramas sowie eine lockere Plauderstunde mit Deutschlands internationalem Filmstar Nina Hoss. Ludger Kusenberg alias Ludger K. hat sich dem Treiben am Eröffnungswochenende hingegeben, er nimmt uns mit in die U-Bahn, vorbei an beschmierten Wahlplakaten in die Spielstätten, ganz nah ran ans Podium und wieder zurück. Diese Ausgabe von „Ludgers Welt“ ist besonders experimentell, urban, verstörend, betörend, empörend? Hören Sie selbst!
GoDie S-ART-Galerie in Essen bietet nicht nur herausragende Pop-Art-Exponate, sondern zuweilen auch eine Bühne für Lesungen und Kabarett. Gemeinsam mit Kollegen hatte dort am Samstag Ludger Kusenberg alias Ludger K. seinen letzten Liveauftritt vor der Bundestagswahl in fantastischem Ambiente. Ludger nimmt uns mit auf seiner U-Bahn-Fahrt vom schillernden Essener Stadtteil Margarethenhöhe hinein in die City, lässt uns beim Soundcheck zuhören, spricht mit dem gastgebenden Galeristen Sharyar Azhdari (kurz: Shari) über dessen Weg aus dem rauen Essener Norden hinein in die Welt der Stars und Sternchen. Natürlich gibt es ebenso Ausschnitte zu hören aus dem Pointenschwall, den die Künstler auch, aber nicht nur in Richtung der anstehenden Wahl auf Lager hatten. Diese Folge ist äußerst unorthodox und lässt der Spontanität eines vielfältigen Abends freien Lauf.
GoWir feiern in diesen Tagen ein zweifelhaftes Jubiläum: fünf Jahre Covid. Ganz kurz bevor alles dicht gemacht wurde, hatte Ludger Kusenberg alias Ludger K. am 14. März 2020 seinen letzten „normalen“ Auftritt im Sachsenhof Nossen. Erst zwei Stunden vor Beginn gab das Ordnungsamt in Nossen die Freigabe, danach war der Laden zu. Ludger erinnert sich und uns in dieser und in der nächsten Folge von „Ludgers Welt“ an diese irre Zeit mit bissigen Kommentaren und einem Liveausschnitt aus dem Sachsenhof, den er auf einer seiner Festplatten für uns aufgespürt hat. Es geht nicht nur um Klopapier, sondern auch um Angst, um den „Spiegel“ und um den fiesesten „Tagesthemen“-Kommentar in der Geschichte der Menschheit. Teil zwei folgt nächste Woche unter dem Titel „Keine Zeit zu sterben“.
GoTeil zwei von Ludgers kleiner Zeitreise. Zwar schließt sich diese Folge dem ersten Teil an, doch der Kontext ist auch für sich genommen klar: Anlässlich des zweifelhaften Jubiläums „Fünf Jahre Covid“ kredenzt Ludger einen Ausschnitt aus seinem damals allerletzten Auftritt, bevor der Kontrollwahn kam. Es war am 14. März 2020 im Sachsenhof in Nossen, als Ludger samt Publikum bis tief in den Nachmittag auf die Freigabe des Ordnungsamtes warten mussten, und allen war klar: Wenn hier Schluss ist, dann ist Deutschland dicht. Oder andersrum: nicht mehr ganz dicht?! Ludger spielte viele Klassiker, war aber gleichsam um keine spontane Spitze verlegen. Eine Atmosphäre, die zwischen allen Zeilen zu spüren ist. Garniert mit Musik aus den damaligen Charts und auch manch nachdenklich stimmenden Kommentaren macht Ludger den Deckel drauf.
GoVor fünf Jahren staunten Hunderttausende in Berlin nicht schlecht: Robert Kennedy Jr. kam plötzlich auf die Bühne bei der von Michael Ballweg organisierten Corona-Demo und nahm kein Blatt vor der Mund. Direkt neben ihm: Peter Herrmann, seit dreißig Jahren Dolmetscher. Er übertrug die Worte Kennedys live ins Deutsche. Wie es dazu kam, erzählt er heute Ludger Kusenberg alias Ludger K. Die beiden kennen und schätzen einander, Ludger entlockt seinem Gast viele persönliche Ansichten und Einblicke das Thema Gesundheit betreffend und zum aktuellen Gesundheitsminister der USA, dessen pharmakritischer Haltung unsere Mainstreammedien zumeist mit Verachtung begegnen. Eingeleitet wird diese Folge wieder mit schmissigem Livekabarett, natürlich passend zum heutigen Thema. Eine Begegnung zwischen Widerstand, Wasserquellen und dem ZDF-„Heute-Journal“.
GoBernd Zeller wurde von Dagobert Duck inspiriert, er fingt schon früh an zu zeichnen und veröffentlichte seit 1993 Karikaturen in verschiedenen Zeitschriften: im „Eulenspiegel“, der „Titanic‘“ und der „Pardon“, der legendären Satirezeitschriftschrift, die Bernd Zeller sogar zwischenzeitlich wiederbelebt hat. Er spricht über Loriot, Harald Schmidt, F. K. Waechter, Otto, Hans Traxler, F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Manfred Deix und „Charlie Hebdo“ und stellt seine neuen Projekte vor: die „Zeller-Zeitung“ sowie die Seniorenzeitung „Rentnerisches Akrützel“. Sein eigenwilliger Stil ist von einem „negativen Aphorismus“ gekennzeichnet, von einem „sensiblen Strich“, von einem „Mangel an Aggressivität“ und von einem feinen Gespür für die „Sprache des Grünen Reiches“, die tief blicken lässt. Man muss nicht lachen, man könnte es aber.
GoBeinahe wäre ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Zusammen mit dem Schauspieler Thomas Rühmann hatte Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ in Zollbrücke im Oderbruch ins Leben gerufen; denn, so meint er: „Vom Rand sieht man besser“. Das Theater hat tatsächlich einen besonderen Blick ermöglicht. Das vermochte allein schon die Musik, die weit mehr ist als Instrumentalmusik, wie sie Goethe nicht mochte und als „halbes Ding“ angesehen hat. Morgensterns Musik ist vollständig. Sie ist aufgeladen mit dem Streben nach komplexer Schönheit. Sie ist ohne Worte, aber inhaltsschwer. Das zeigte sich schon am spektakulären Erfolg seiner Gruppe L’art de Passage mit dem Programm „Sehnsucht nach Veränderung“. Morgenstern berichtet, wieso es doch nicht zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes kam, und lässt uns von seiner Musik kosten, in der wir eine Grundstimmung vorfinden, die sich die gute Laune nicht verderben und sich die Träume nicht nehmen lässt.
GoIn dieser Ausgabe präsentieren wir einen Schwerpunkt Fernost. Der Luxemburger Marco Wenzel, der lange in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, berichtet, wie er nach Thailand ausgewandert ist. Wenzel kann vor allem vom Landleben erzählen, das er zusammen mit seiner thailändischen Ehefrau genießt. Außerdem hören wir die Auswanderungsgeschichte von Henrik Hansen. Er hat die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland zuerst bedauert, dann wurden der Schmerz und der politische Druck größer, und am Ende stand die Auswanderung nach Japan. Als Hansen sich entschied, aus Deutschland wegzugehen, war recht schnell klar, dass es Japan sein sollte, da er schon immer einen Hang zu einer ganz speziellen japanischen Kultur, dem Anime, hatte.
Seine Arbeit „Zeichnen gegen das Vergessen“, die zugleich ein „spirituelles Projekt“ sein soll, bildet den Höhepunkt seines Schaffens als Fotograf und Maler: Manfred Bockelmann hat nach Fotos von Kindern, die in seinem Geburtsjahr 1943 in KZs ermordet worden waren, imposante Porträts gemalt, die den Opfern, die uns ansonsten nur als nichtssagende Nummern in Erinnerung bleiben würden, ein menschliches Antlitz verleihen, sodass wir die Kinder kennenlernen und sie betrauern können. Er erzählt, welche Rolle sein berühmter Bruder Udo Jürgens dabei gespielt hat und wie es insbesondere bei Ausstellungen in New York zu ergreifenden Begegnungen mit Überlebenden gekommen ist.
GoEine harmlose kleine Spitze von Dieter Hallervorden letzten Samstag in der ARD, schon folgt kollektive Schnappatmung. Während sich „Stern“, „Spiegel“ und Co. mit Erziehungskommentaren überbieten, freut sich Ludger Kusenberg alias Ludger K. über den willkommenen Anlass, seinen schwarzen Bruder Serge Menga noch mal zum Rapport zu bitten. Geboren im Kongo, aufgewachsen am Niederrhein, hat Serge einen besonderen Blick auf schwarz-weiße Belange, und im Schlagabtausch mit Ludger könnte man beim Zuhören fast meinen, dass heute ein neues Sendeformat im Kontrafunk auf den Weg gebracht wird. Fest steht: Hier gibt’s Tacheles, unglaubliche Fundstücke und ganz neue Denkansätze. Fortsetzung folgt!
GoBald feiert der Kontrafunk dritten Geburtstag, Ludger Kusenberg alias Ludger K. war von Beginn an dabei mit seiner Sendung „Ludgers Welt“, die uns etliche erstaunliche Gespräche und viel zum Lachen beschert hat. Die Zeit ist reif für einen Blick zurück, zur Seite und nach vorn: Ludger hat uns ein paar Schmankerl zusammengestellt aus seinen Sendungen der letzten Monate, die nichts an Aktualität und Relevanz verloren haben – eher im Gegenteil. Wir reisen nach München, Weimar und Bielefeld, und Livepublikum ist auch dabei. Natürlich werden hier nicht einfach Archivschnipsel leblos aneinandergeklebt, sondern bewusst selektiert, moderiert und renoviert. Genau die richtige Leckerei zum Ostermittwoch, ein von Ludger persönlich erfundener Begriff aus humoristischer Sitzhasenblockade.
GoIn unserer Sendung „Tondokument“ bringen wir einen Konzertmitschnitt der Kulturscheune Ermetzhof unter dem Titel „Droben vom Penzinger Kircherl“. Sopranistin Marika Ottitsch, Tenor Gerd Jaburek und Markus Vorzellner am Klavier präsentieren Wiener Musik. Vorzellner führt mit kleinen Geschichten und Erläuterungen in die heiteren Lieder ein. Veranstalterin war Ulrike Bergmann.
GoIn dieser Ausgabe des „Fernrufs“ lauschen wir den Geschichten der ehemaligen Bundespolizistin Theresa Bug aus ihrer neuen Heimat Neuseeland. Bei der Polizei kam sie weit in der Welt herum, das Jahr 2015 veränderte dann ihre Sicht auf die Welt und die Polizeiarbeit. Und Sehnsüchte löst unsere zweite Gesprächspartnerin aus, denn die österreichische Opernsängerin Waltraud Mucher zeichnet uns ein Bild von ihrer Auswandererinsel Mallorca, und zwar aus romantischer und künstlerischer Perspektive.
GoDer Klimakult stirbt – und sucht sich einen neuen Wirt: den Männerhass. Weil keiner mehr den CO₂-Notstand ernst nimmt, bastelt sich die grüne Sekte jetzt eine neue Apokalypse: „Männlichkeit ist schuld am Klimawandel!“ – meint allen Ernstes Christina Berndt, Corona-Jüngerin und selbsternannte „Wissenschaftsjournalistin“. Währenddessen hämmert am anderen Ende der Woke-Welt Anne Dittmann an denselben Brettern: Sie will ihren Sohn ohne männliche Vorbilder großziehen. Kein Vater, kein Held, kein Rückgrat – nur ideologischer Krampf und neurotische Selbstverwirklichung auf dem Rücken eines Jungen. Ergebnis? Eine Generation seelisch kastrierter Klimajünger. Ach ja: Selbst der Papst hat’s jetzt endgültig versaut – er hat sich als Katholik geoutet. Und Berlin verbannt die Venus Medici. Weil Nacktheit – das ist sexistisch.
GoSie werden die „Tango-Punks“ genannt: El Cachivache Quinteto aus Argentinien, eine der beliebtesten Tangogruppen derzeit. Tango-Punk, Tango-Rock: „Ja, die Bezeichnung passt zu uns“, sagen die Musiker, „auch wenn wir viele klassische Tangos aus den 20er-, 30er-Jahren spielen, ist unsere Herangehensweise die eines Rockers.“ Etikettieren lässt sich ein Rockstar nicht, und so klingen ihre Tangos vor allem authentisch, mitunter verwegen, dann wieder sanft und subtil. Camilla Hildebrandt hat die vier Musiker auf einem Konzert in Berlin getroffen.
GoDas Thema der deutschen Kultur gehört zu den brennenden Fragen der Gegenwart und bildete eine, wenn nicht sogar die zentrale Fragestellung des Werkes von Thomas Mann. Der vor 150 Jahren geborene Schriftsteller erlebte in seinen frühen Jahren den Einbruch der Moderne in Kunst und Gesellschaft und suchte nach Antworten, wie eine genuine deutsche Kultur unter diesen Bedingungen gestaltet werden könnte. Zunächst Anhänger Nietzsches und ihm folgend Fürsprecher einer „Rebarbarisierung“, wandelten sich seine Ansichten im Angesicht des heraufziehenden Nationalsozialismus. Die Versöhnung der scheinbaren Gegensätze von Zivilisation und Kultur wurde zu seinem wichtigen Anliegen. Philipp Gut zeichnet in seinem Essay diese Entwicklung nach und hebt hervor, warum Thomas Manns Ideen von der deutschen Kultur heute noch als Vorbild dienen sollten.
GoZu Pfingsten haben wir dieses Mal zwei Frauen in der Sendung, die sich auf unterschiedliche Art von Gott berufen fühlen. Die südafrikanische Sängerin Philadelphia Shayi hat einen langen Weg hinter sich: Südkorea, Thailand, Deutschland und nun Sansibar. Ihren neuen Lebensmittelpunkt wählte sie aber nicht nach Lust und Laune, sondern weil sie Gottes Stimme gehört hat. Von ihr bekommen wir Einblicke in die Künstlerkultur auf Sansibar und in ihren Glauben. Der Glaube und der Wille, etwas Gutes für andere Menschen zu tun, war auch der Antrieb für die Auswanderung der Deutschen Mareike Beshah. Die Pastorentochter ging bereits im Alter von 18 Jahren zum ersten Mal für ein freiwilliges soziales Jahr nach Afrika. Jetzt ist sie in Äthiopien, wo sie eine Familie mit einem Einheimischen gegründet hat. Sie weiß von kulturellen Herausforderungen, aber auch vom christlichen Selbstbewusstsein des Landes zu berichten.
GoLutz Graf-Ulbrich, der sich Lüül nennt, hatte ein Ticket gekauft, um zu Nico nach Ibiza zu fliegen. In der Flughalle in Berlin-Tegel, wo er sich erst vor kurzem von ihr verabschiedet hatte, springt ihm die Schlagzeile der BZ ins Auge: „Nico. Hitzetod des Stars aus Berlin enthüllt das verschwiegene Liebesdrama um Alain Delon“. Er wusste schon, dass sie gestorben war, und wusste auch, dass sich die Boulevardpresse auf alles stürzte, was man über Promis in ihrem Umfeld schreiben konnte: über Andy Warhol, Lou Reed, Leonard Cohen, Brian Jones, Jim Morrison, Brian Eno, Jackson Browne, Marianne Faithfull, John Cale – und Alain Delon. Lüül erzählt von seiner ungewöhnlichen Liebe zu Christa Päffgen, die sich Nico nannte, berichtet von ihrer Todessehnsucht, von ihrem Verhältnis zur deutschen Heimat und würdigt sie als Ausnahmekünstlerin, die immer noch vergöttert wird.
GoDiesmal schlägt Matussek Krach mit der Headbanger-Musik von Slipknot: „Inside my shell I wait and bleed.“ Hass als Droge. Bericht über ein großes Konzert in der Nazi-Arena Waldbühne in Berlin. Drei-Jahre-Jubiläum des Kontrafunks in Böblingen, dieses kleinen gallischen Dorfes, das regelmäßig die blöden Römer des Staatsfunks vermöbelt. Markus Vahlefelds „Krisenmaschine“, Max Ottes Band Die Stabilen und Canned Heats „Let’s Work Together“. Der Wärmestrom oven und kalte Schnitzel im Keller. Das schwierige Nachrichtengeschäft und Donald Trumps „Midnight Hammer“. Heftiger Streit unter den Hörern über Iran und Israel. Lustige Tourette-Beschimpfung. Musik: Slipknot.
GoSoll das Kopftuch für muslimische Lehrerinnen erlaubt sein oder nicht? Die Balance zwischen Religionsfreiheit und neutralem Unterricht bewertet die Kulturwissenschaftlerin Sylke Kirschnick. Musikalischer Unterricht kann weit mehr, als an ein Instrument heranführen. Wie Musik eine Vielzahl weiterer Kompetenzen fördert, beschreibt die Geigen- und Bratschenlehrerin Henrieke Gosch.
GoRaymond Unger malt und schreibt. Seine Bilder erzählen rätselhafte Geschichten, seine Texte evozieren verstörende Bilder. Sein neues Buch „KAI“ wirft einen Blick in die Zukunft, wo wir die Ungeheuer der künstlichen Intelligenz vermuten. Dabei wird schnell klar, dass wir bereits in einer ungeheuerlichen Welt angekommen sind. Ungers Kunst hat eine gewisse Leichtigkeit, die seinem Humor geschuldet ist, sie lässt aber immer auch die Kraftanstrengung spüren, die nötig war, um sich gegen die Unverdaulichkeit und Unzumutbarkeit der Zustände zu stemmen. In einem berühmten Bild hat er Politiker einer Pressekonferenz zur Migration porträtiert und ihnen Affengesichter aufgemalt. Das Bild nennt er: „Wir affen das“. So kommt alles zusammen: Wortkunst und Bildkunst, Wortwitz und ein schwergewichtiges politisches Statement.
GoDie Leiden des Kleinanlegers Matussek stehen diesmal im Mittelpunkt, eine satirische Erinnerung an sein wechselndes Glück am Roulettetisch der Börse, hochaktuell, denn selbst den Gewinnern droht der grüne Staatsraffke Robert Habeck das für ein sorgenfreies Alter Errungene wegzunehmen. Betrachtungen über Michelangelo, den „göttlichen Künstler“, und dessen tumultuöse Zeiten voller Tugendterroristen (Savonarolas Kindersoldaten, die Grüne Jugend von einst), den deutschen Sonderweg (Martin Luther), nicht erfundene Seuchen (Pest) – und die unvergängliche Schönheit des christlichen Abendlandes (Pietà, David, Sistina).
Ein Austausch mit Jordan Peterson über das Pharisäertum falsch verstandener christlicher Nächstenliebe. Die Rückkehr des Faschismus unter verkehrten Vorzeichen. Briefe. Dazu Erinnerungen an die Kultband der 70er-Jahre mit dem frivolen Namen 10cc, unter anderem mit „The Wall Street Shuffle“ und „I’m Not in Love“. (Wiederholung vom 17. Januar 2025)
GoArgo legt wieder einen Musikmix auf und spielt Lieder über Freiheit, Fliegen und Verreisen.
GoAm Samstag, dem 21. Juni 2025, feierte der Kontrafunk in der Kongresshalle Böblingen sein dreijähriges Bestehen. Wir bringen einige überwiegend musikalische Auszüge aus dem Programm des Abends. Sie hören die Band Die Stabilen, bestehend aus dem Ökonomen und Investor Max Otte, Dr. med. Gunter Frank, der Musikwissenschaftlerin und freien Journalistin Martina Binnig und Prof. Martin Haditsch, unter anderem Facharzt für Virologie und Infektionsepidemiologie. Außerdem Auftritte von Satiriker und Autor Andreas Thiel sowie der Opernsängerin Jennifer Lary. Den Auftakt machte der Dresdner Liedermacher Yann Song King.
GoWir bringen ein Porträt des österreichischen Kammersängers Leo Slezak. Der Pianist und Musikjournalist Markus Vorzellner erinnert an den 1946 verstorbenen Opernstar Leo Slezak, der nicht nur ein weltberühmter Tenorsänger, sondern auch ein begabter Schauspieler war. Vorzellner gewährt Einblicke in Slezaks autobiografische Aufzeichnungen, in denen dieser unter anderem von einer Begegnung mit dem Komponisten Gustav Mahler berichtet.
GoEr spielte Bass bei den Beatles, hatte in den Sechzigern mehrere Hits, machte Konstantin Wecker zum Star: Johnny Fischer traf auf seinem Lebensweg als Berufsmusiker alles, was Rang und Namen hatte. Im Gespräch mit Ludger Kusenberg alias Ludger K. führt er uns durch mehr als neunzig Lebensjahre! Als vermeintlich jüdisches Kind wurde er 1939 nach England verschickt, kam später zurück nach Wien und begann von dort aus eine atemberaubende Karriere im Showgeschäft. „Roy Black hat immer geschimpft wie ein Rohrspatz“, weiß Johnny zu berichten über den Mann, der lieber Rocker geworden wäre. Musiker, Arrangeur, Produzent, Verleger – seine Vita schildert Johnny Fischer so gewitzt, so weltgewandt und spannungsvoll, dass Ludger beinahe zu fragen vergisst, wie und wo das Konzert damals gemeinsam mit den Beatles war. Ein Gentleman mit englischem Humor und Wiener Schmäh nimmt uns mit auf Zeitreise. „Oh, Oh, What a Kiss“! (Wiederholung vom 18. September 2024)
GoBeinahe wäre ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Zusammen mit dem Schauspieler Thomas Rühmann hatte Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ in Zollbrücke im Oderbruch ins Leben gerufen; denn, so meint er: „Vom Rand sieht man besser“. Das Theater hat tatsächlich einen besonderen Blick ermöglicht. Das vermochte allein schon die Musik, die weit mehr ist als Instrumentalmusik, wie sie Goethe nicht mochte und als „halbes Ding“ angesehen hat. Morgensterns Musik ist vollständig. Sie ist aufgeladen mit dem Streben nach komplexer Schönheit. Sie ist ohne Worte, aber inhaltsschwer. Das zeigte sich schon am spektakulären Erfolg seiner Gruppe L’art de Passage mit dem Programm „Sehnsucht nach Veränderung“. Morgenstern berichtet, wieso es doch nicht zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes kam, und lässt uns von seiner Musik kosten, in der wir eine Grundstimmung vorfinden, die sich die gute Laune nicht verderben und sich die Träume nicht nehmen lässt. (Wiederholung vom 30. März 2025)
GoPrzemek Schreck ist künstlerischer Gesamtleiter des Vereins Die Erzählerei. Am liebsten spricht er über Kafka. Seit mehr als zwölf Jahren zieht er durch die Straßen von Prag und erzählt und erzählt. Er hält Vorträge in Schulen, Bibliotheken, Salons und leidenschaftlich gerne in Kaffeehäusern, wo Kafka sowieso hingehört und wo er ihn am besten mit seinen Erzählungen „lebendig machen“ kann. Das tut er mit Hingabe. Er stellt uns Kafka als lustigen und geselligen Menschen vor, jenseits aller „Klischeebilder“, die wir von ihm haben. Um es in einem für Kafka-Prosa typischen Als-ob-Satz zu sagen: Wenn Przemek Schreck von Kafka erzählt, ist es, als ob das Schwarzweißbild, das wir kennen, immer farbiger und schließlich dreidimensional würde, als ob uns Franz Kafka gegenübersäße und uns anlächelt. (Wiederholung vom 3. November 2024)
GoMoment mal, diese Aufnahme ist tatsächlich schon zehn Jahre alt? Ja, ist sie! Umso erstaunlicher der Effekt, wenn wir uns heute das Programm „Hilfe, ich werd’ konservativ!“ von Kabarettist Ludger K. noch einmal anhören. Im Jahre 2013 feierte er damit Premiere in Dieter Hallervordens Berliner Theater Die Wühlmäuse, die Aufzeichnung gab’s etwas später. Danach wurde es für Ludger immer enger in der Kleinkunstwelt, denn: Spott über das Thema Klimawandel? Kritik an unserer Einwanderungspolitik? Das darf man nicht als deutscher Künstler! Ludger hat’s durchgezogen, sein Weg zu uns begann mit diesem Kabarettprogramm – vor genau zehn Jahren. (Wiederholung vom 29. März 2023)
GoEin Werbefachmann für Shoppingcenter hasst Shoppingcenter, ein Dachdecker und sein Vater verlieren Fassung und Faden, und die Betreiberin eines Beautysalons ruft: „Die Maske muss fallen!“ Zwischendrin versetzt eine Frau aus dem Publikum Moderator Ludger K. in Todesangst. Unterm Strich sind sich alle einig: Uns steht als Gesellschaft einiges bevor. Eine Gesprächsrunde vor Livepublikum mit Freude am Tumult. Der Deutschlandfunk würde solch eine Aufzeichnung wohl nie ausstrahlen – wir schon. Den Grimme-Online-Award 2022 haben wir so gut wie in der Tasche! (Wiederholung vom 19. Oktober 2022)
GoArgo erzählt von Japan und seiner schönen Kultur und spielt dazu den einen oder anderen japanischen Song.
GoPolitik und Humor stehen in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. In jüngerer Zeit sind die Grenzen fließend geworden: Politiker sollen humorvoll sein, und Fernsehclowns wollen Politik machen. Das Verlachen, der Witz, die Satire, das Kabarett, die Komödie wurden seit je zur Kritik an politischen und gesellschaftlichen Zuständen genutzt, auch in den Diktaturen des Dritten Reichs und der DDR. Aber durchschlagend war ihre Wirkung nie. Überhaupt ist das Lachen der Politik nie wirklich heimisch geworden. Es hat seinen eigentlichen Ort in der Gesellschaft, in der Lachkultur der Unterschicht und im Humor der Literaten.
GoIn unserer Sendung „Tondokument“ bringen wir einen Vortrag des Rechtsanwalts Carlos A. Gebauer zum Thema „Aufeinander hören statt dirigiert werden – Ensemblemusik als staatsorganisatorische Rechtsquelle“. Aufgenommen wurde der Vortrag bei „Das Festival Musik und Wort“ am 28. September 2025 im Schießhaus in Weimar. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Eheleuten Uli und Almuth Masuth. Gebauer betrachtet Ensemblemusik und Staatsorganisation als Analogie und schildert ihre Möglichkeiten und Grenzen.
GoWie sieht es eigentlich mit der Auswanderung der Österreicher nach Paraguay aus? Wie hat sich Paraguay speziell für Auswanderer entwickelt, und wie stark ist die österreichische Kultur dort vertreten? Stärker, als man denkt, besonders sprachlich. Das und noch mehr verrät Walter Asperl, Präsident der Österreich-Paraguay-Gesellschaft. Deutsche Spuren finden wir auch in Polen, in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Uwe Hahnkamp lebt in Allenstein (Olsztyn), engagiert sich vor Ort in der Kulturarbeit und kümmert sich um die dort lebende deutsche Minderheit. Denn trotz Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen lebt in der Region die deutsche Kultur und die Geschichte weiter.
GoIn einer zweiteilig aufbereiteten Betrachtung über den Schriftsteller Thomas Mann und den Einfluss des Komponisten Richard Wagner auf dessen literarischen Werke zeigt der österreichische Pianist und Liedbegleiter Markus Vorzellner die Parallelen zwischen diesen großen und doch grundverschiedenen Künstlern auf.
GoStudiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
Andreas Thiel kommt zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich – wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum – durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch Hochdeutsch.
GoDie Stadt Magdeburg wird gerne unterschätzt. Ludger Kusenberg alias Ludger K. war als Kabarettist vor Ort und traf den Medienunternehmer Thomas Wischnewski, einen waschechten Magdeburger. Seine „Kompakt Zeitung“ ist in schwierigen Zeiten an den Start gegangen und hat sich behauptet. Das Blatt ist auch deshalb etwas Besonderes, weil Thomas Wischnewski sich von keiner Seite vereinnahmen und von Zeitgeistern nicht erschrecken lässt. Ein Gespräch über neue Medien und über Magdeburg als ehemalige Stadt des Barock, als Blaupause für fallende Brandmauern und als ruhestiftende Heimat. Mit Livekabarett geht die Sendung los.
GoSie ist Kabarettistin, Schauspielerin, Autorin und einfach ein bayerisches Original: Die Gruberin steht den Basta-Jungs in dieser Ausgabe Rede und Antwort. Es geht unter anderem um Regierungskritik, Gesundheit, die Corona-Zeit und den ganz normalen politischen Wahnsinn. Benjamin Gollme und Marcel Joppa, die Jungs von „Basta Berlin“, lösen ein altes Versprechen ein: ein ausführliches Interview mit Monika Gruber. Sie ist selbst Teil der „Basta Berlin“-Gemeinde und spricht mit uns sehr offen und ehrlich über das, was uns und euch bewegt.
GoAndreas Thiel kommt zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
Studiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
GoBenehmen, Anstand, gute Sitten: Längst nicht überall versteht man dasselbe darunter. Umgangsformen, die in einem Land als Standard gelten, werden anderswo schräg beäugt. Worauf wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils Wert gelegt, und womit davon eckt man über der Grenze vielleicht sogar an? Interessieren Höflichkeitsregeln im digitalen Zeitalter zwischen Kurznachrichten und Online-Hasstiraden überhaupt noch irgendwen? Und wenn man die guten Sitten vermisst: Wie holt man sie zurück? Darüber diskutieren der Unternehmer und Mäzen Ronald Friedrich Schwarzer aus Österreich, der Schweizer Jurist Alexandre Zindel und der deutsche Psychoanalytiker Kai Hammermeister.
GoJedes Volk, jede Nation hat „heilige Stätten“: Sie prägen die Identität und das historische Bewusstsein. Solche Erinnerungsorte können Denkmäler, Gebäude oder Schlachtfelder sein, aber auch Eisenbahnstrecken oder Landschaften. Sie können an Triumphe oder Niederlagen erinnern, an Schönes wie an Schreckliches. Allerdings greift in manchen Ländern eine Art Abscheu gegenüber der eigenen Geschichte um sich. Deutschland mit seinem „Sündenstolz“ auf den Nationalsozialismus ist das prominenteste Beispiel. Gibt es ähnliche Tendenzen auch in Österreich und in der Schweiz? Darüber diskutieren Philipp Gut (Schweiz), Günther Kleinhanns (Architekt und Denkmalpfleger, Österreich) und René Nehrung (Chefredakteur der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“).
GoDie westdeutsche Perspektive fasst „Ostalgie“ oft als subjektiven Bewältigungsmechanismus auf. Auch der Kabarettist und Schauspieler Uwe Steimle, der den Begriff in den 1990er Jahren prägte, sieht seine Erfahrungen als DDR-Bürger als unverzichtbares geistiges Fundament – warnt jedoch davor, die Vergangenheit zu verklären. Viel zu oft, sagt Steimle, wird über Ostdeutsche wie über ein fremdes Volk geredet. Humor bleibt seine Form des Widerstands. Wichtig ist ihm, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und über all den Unbill der Gegenwart die Bildung des Herzens nicht zu vernachlässigen.
GoDie Lufthansa-Maschine Landshut wurde 1977 von palästinensischen Terroristen bis nach Mogadischu entführt, der Flugkapitän ermordet. Gabriele von Lutzau war Flugbegleiterin der Landshut, und die Passagiere gaben ihr nach der Befreiung durch die GSG9 den Spitznamen „Engel von Mogadischu“. Seitdem hat sie ein zweites neues Leben und wurde zu einer bekannten internationalen Künstlerin. Mit Markus Vahlefeld spricht sie über ihre Erinnerungen und was diese mit ihren Skulpturen, die sie mit der Kettensäge bearbeitet, zu tun haben.
GoAuf der spektakulär erfolgreichen Buchmesse „Seitenwechsel“, die am 8. und 9. November in Halle an der Saale stattfand, gab es „viel Licht“. Dies sagte die Organisatorin Susanne Dagen. Auch hier soll etwas Licht gebracht werden in die dunklen Machenschaften der Feinde der Freiheit, die in den vergangenen Jahren dafür gesorgt haben, dass sich unser Blickwinkel mehr und mehr verschoben hat. Die Buchmessen in Frankfurt am Main und Leipzig hatten den Korridor des Sagbaren so weit verengt, dass eine freie Messe geradezu notwendig geworden war. Sie geriet dann auch zu einem fröhlichen Fest und atmete den Geist der Freiheit, wie ihn die anderen Messen früher gehabt hatten.
Susanne Dagen, die gut geschlafen hatte und glücklich und erleichtert wirkte, hat bereits eine Nachfolge-Messe angekündigt. Vielleicht war der „Seitenwechsel“ wirklich, wie viele meinen, ein „Dammbruch“.
GoAndreas Thiel kommt zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
Studiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
GoAndreas Thiel kommt zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoAndreas Thiel kommt zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoAndreas Thiel kommt zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoDiese Folge beginnt mit aktuellem Live-Kabarett: Ludger Kusenberg alias Ludger K. nimmt sich die Causa Norbert Bolz zur Brust. Der Berliner Professor musste wegen eines X-Posts beinahe eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen, Ludger K. rückt das Geschehen genüsslich in sein sarkastisches Scheinwerferlicht. Das anschließende Interview ist nicht minder spannend: Thomas Beimel ist Fachmann für Datensicherheit und rät allen Nutzern von Mac und Windows: „Steigen Sie um!“ Was macht das Betriebssystem Linux zur perfekten Alternative? Welche Vorteile bietet es? Ist es kompliziert?
Thomas Beimel weiht uns ein in die effektivsten Möglichkeiten, die eigenen Daten sicherer zu machen, getreu seinem Motto: „Technik soll dem Menschen dienen, nicht Zeit und Daten rauben.“
GoIn seiner Nachlese zur enorm erfolgreichen Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle, die die FAZ als „Staatsstreich unter dem Mantel der Kultur“ bezeichnete, schildert Matussek seine persönlichen Höhepunkte im Programm der beiden Tage, von denen die abschließende Lesung Uwe Tellkamps ganz sicher einer war. Er berichtet vom heldenhaften Heißsporn Roland Tichy, der sich kurz vor seinem 70. Geburtstag mit den vermummten Antifa-Fotografen anlegte, die die Besucher erkennungsdienstlich aufnahmen. Matussek selbst, immerhin ein Jahr älter und weiser, konnte wegen eines Bandscheibenschadens nicht mitmischen.
Dafür berichtet er von Gloria von Thurn und Taxis, dem Hallenser Psychiater Hans-Joachim Maaz und von Roger Köppels Gespräch mit Cora Stephan über deutsche Legenden und Mythen, an dem der so kluge und historisch gebildete Grandseigneur Alexander Gauland teilnahm. Selbstverständlich geht es um die „Sonntagsrunde“ mit Burkhard Müller-Ullrich, um die viel beschäftigte eingollan und den klugen alten weißen Mann Frank Böckelmann. Es war eine Art intellektuelles Rockfestival gegen links, auf dem Susanne Dagen den Ton angab. Und es wurde musikalisch, als die Besucher zur Klavierbegleitung „Die Gedanken sind frei“ sangen.
GoIn dieser Ausgabe diskutieren Juristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Zustand der Justiz im deutschsprachigen Raum. Alle drei Länder kämpfen mit politischer Einflussnahme, mangelnder Gewaltentrennung und struktureller Befangenheit. Richterwahlen nach Parteibuch, weisungsgebundene Staatsanwälte und mediale Druckkulissen prägen zunehmend Entscheidungen. Besonders während Corona zeigte sich, wie Gerichte staatliche Maßnahmen eher stützten als kritisch prüften. Die Debatte reicht vom Einfluss der Europäischen Union über ideologisch geprägte Ermittlungen bis hin zur Frage, ob das staatliche Justizmonopol reformiert oder aufgebrochen werden sollte. Die Experten fordern tiefgreifende strukturelle Änderungen, um echte Unabhängigkeit zu sichern.
GoGewalttaten nehmen zu – und immer erschallt der Ruf nach einer Verschärfung des Waffenrechts. Dass es sich dabei um reine Symbolpolitik handelt, sieht man schon daran, dass in der Schweiz mit ihrem liberalen Waffenrecht keineswegs mehr Bluttaten geschehen als anderswo. Aber wie gelangt man in Deutschland, Österreich und der Schweiz legal an eine Waffe? Und wie ist die Stellung von Jägern und Sportschützen in der Gesellschaft? Es diskutieren: Rechtsanwalt Dr. Heiko Granzin (Hamburg), Markus Melzl, ehemaliger Kriminalkommissar (Basel), Rechtsanwalt Dr. Raoul Wagner (Wien). Gesprächsleitung: Burkhard Müller-Ullrich. (Wiederholung vom 14. Mai 2024)
GoDas Thema der deutschen Kultur gehört zu den brennenden Fragen der Gegenwart und bildete eine, wenn nicht sogar die zentrale Fragestellung des Werkes von Thomas Mann. Der vor 150 Jahren geborene Schriftsteller erlebte in seinen frühen Jahren den Einbruch der Moderne in Kunst und Gesellschaft und suchte nach Antworten, wie eine genuine deutsche Kultur unter diesen Bedingungen gestaltet werden könnte. Zunächst Anhänger Nietzsches und ihm folgend Fürsprecher einer „Rebarbarisierung“, wandelten sich seine Ansichten im Angesicht des heraufziehenden Nationalsozialismus. Die Versöhnung der scheinbaren Gegensätze von Zivilisation und Kultur wurde zu seinem wichtigen Anliegen.
Philipp Gut zeichnet in seinem Essay diese Entwicklung nach und hebt hervor, warum Thomas Manns Ideen von der deutschen Kultur heute noch als Vorbild dienen sollten. (Wiederholung vom 8. Juni 2025)
GoAm 19. und 20. September kommt das Who’s who der Strafverteidiger in Nürnberg zum Dreiländerforum Strafverteidigung zusammen. Prof. Jan Bockemühl erläutert Näheres zu dieser Tagung. Über tausend Wahlprüfungsbeschwerden zur Bundestagswahl 2025 liegen dem Deutschen Bundestag vor. Mit dem ehemaligen Frankfurter Rechtsanwalt Ulrich Fischer sprechen wir über seinen Kampf ums Recht in Berlin und Karlsruhe (2 BvR 957/25). Dr. Michael Ossege bearbeitet einen Fall von Zensur: Ein Elternratgeber sollte betroffenen Eltern Unterstützung geben, wenn Kinder meinen, im falschen Geschlecht geboren zu sein – die Broschüre kam auf den „Index“ jugendgefährdender Schriften. Und Carlos Gebauer macht sich Gedanken über die Humorlosigkeit im deutschen Verwaltungsalltag und Gewalt gegen Kunst. (Wiederholung vom 12. September 2025)
GoZum Jahresanfang stellt uns Bernhard Lassahn die Musik aus einem der erfolgreichsten Musicals vor: „Hair“. Dem skandalösen Spektakel mit langhaarigen Nackten, in dem das Zeitalter des Wassermanns beschworen wird, das uns Wärme, Liebe und Frieden bringt. Da spüren wir den Geist von 68 mit allem, was dazugehört: dem radikalen Bruch mit dem Establishment, dem Protest gegen den Krieg, dem Verzicht auf Konsum und der spirituellen Neuorientierung.
Lassahn stellt Piere Paolo Pasolinis Interpretation der „Sprache der Haare“ vor; lässt sich von Anke Ziemer erklären, was es mit dem Sternzeichen des Wassermanns auf sich hat, und verweist auf die Verfilmung des Stoffes durch Miloš Forman, der die Illusion der Blumenkinder aufzeigt und deutlich macht, dass „moralisches Recht nicht vor realer Macht schützt“. Dennoch: Der Protest war nicht wirkungslos, und die Musik kann ein Zeichen der Hoffnung sein.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
Studiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoUnter den altindischen Schriften ist die Bhagavad Gita die wichtigste und umfassendste Abhandlung über das Gebot der Gewaltlosigkeit. Und sie ruft auf zum kriegerischen Kampf. Wie kann das sein? Berücksichtigt man die kunstvolle literarische Einbettung dieser 700 Verse in das 100.000 Verse umfassende Sanskritepos Mahabharata, erhält man erstaunlich präzise Antworten auf die Frage, wer wann wie unter welchen Umständen und mit welchen Mitteln zum kriegerischen Kampf verpflichtet ist und wer sich wann und aus welchen Gründen neutral oder passiv verhalten darf oder muss.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoSpezieller könnte eine Spezialfolge nicht sein: Ludger präsentiert uns zum Jahresausklang eine von ihm selbst erstellte Hitliste. Wussten Sie, dass Hollywoodstar Sylvester Stallone in knapp hundert Filmen mitgewirkt hat als Schauspieler, Autor oder Regisseur? Die Musik daraus kann sich hören lassen, wenngleich auffällt, dass die bekanntesten und besten Stücke auf eine Rolle zurückgehen: „Rocky“. Aber nicht nur daraus soll in dieser Sendung musikalisch zitiert werden. Freuen Sie sich auf große Gefühle, kleine Überraschungen und einen singenden Frankie, der nicht Sinatra heißt. Ach ja: Aktuelles Livekabarett zu Beginn gibt’s obendrein. Kommen Sie gut ins neue Jahr!
GoZu Beginn des neuen Jahres lässt Argo es ganz ruhig angehen und spielt dazu liebevolle und entspannte Tracks. (Wiederholung vom 27. Juli 2024)
GoIn dieser Folge prallt die Realität der Strompreise frontal auf die Versprechen der Energiewende. Deutschland bleibt nach Atomausstieg, Abgaben und Netzausbau Europas teuerstes Stromland – viele zahlen um die 39 Cent pro Kilowattstunde. In Österreich treibt die Kopplung an den EU-Großhandel die Kosten, trotz Wasserkraft, nach oben und schwächt Industrie und Haushalte. Die Schweiz wirkt zunächst stabil, doch Winterlücken und Importabhängigkeit machen verwundbar. Die Gesprächsteilnehmer warnen vor einer gefährlichen Mischung aus Flatterstrom, teurer Parallelstrukturen, Smart-Meter-Kontrolle und Versorgungslücken. Die Frage ist: Gelingt eine Kurskorrektur – oder ist aufgrund ideologisch unbelehrbarer Politiker der nächste Schock unausweichlich?
GoMissbrauchsskandale, Vertrauensverlust während Corona, politisierte Gottesdienste: Immer mehr Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wenden sich von den großen Kirchen ab. Aber heißt das auch, dass sie die Sinnsuche aufgegeben haben? Einzelne Entwicklungen zeigen in eine andere Richtung: Freikirchen gewinnen an Zulauf, Glaubensfestivals ziehen viele junge Menschen an. Spiritualität scheint also weiter hoch im Kurs, doch es sind nicht die christlichen Kirchen, die davon profitieren. Über die vielschichtigen Gründe und Wege aus der Krise sprechen Martin Grichting (Schweiz), David Berger (Deutschland) und Jan Ledóchowski (Österreich).
GoDas islamische Kopftuch steht wie kaum ein anderes Symbol im Zentrum gesellschaftlicher Konflikte. In dieser Ausgabe von „Dreiländereck“ geht es um Macht, Kontrolle und den gar nicht mehr so stillen Zwang, dem viele Frauen ausgesetzt sind. Die Sendung beleuchtet religiöse Begründungen ebenso wie die soziale Realität – von familiärem Druck bis zu staatlicher Untätigkeit. Wie freiwillig ist das Kopftuch wirklich? Wo endet Toleranz, wo beginnt Wegsehen? Anhand der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird deutlich, wie sehr Politik und Gesellschaft vor einer unbequemen Debatte zurückschrecken. Gemeinsam mit Prof. Susanne Schröter, Prof. Ednan Aslan und Saïda Keller-Messahli analysiert Moderator Florian Machl die Entwicklungen und diskutiert, welche Folgen unterschiedliche Regelungen für Schule, Öffentlichkeit und Integration haben. Eine fundierte Bestandsaufnahme zu einem Thema, das Europa seit Jahren bewegt.
GoDie Stadt Magdeburg wird gerne unterschätzt. Ludger Kusenberg alias Ludger K. war als Kabarettist vor Ort und traf den Medienunternehmer Thomas Wischnewski, einen waschechten Magdeburger. Seine „Kompakt Zeitung“ ist in schwierigen Zeiten an den Start gegangen und hat sich behauptet. Das Blatt ist auch deshalb etwas Besonderes, weil Thomas Wischnewski sich von keiner Seite vereinnahmen und von Zeitgeistern nicht erschrecken lässt. Ein Gespräch über neue Medien und über Magdeburg als ehemalige Stadt des Barock, als Blaupause für fallende Brandmauern und als ruhestiftende Heimat. Mit Livekabarett geht die Sendung los. (Wiederholung vom 29. Oktober 2025)
GoDaniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, erregt sich über unbequeme Medien, möchte die Wahrheit kontrollieren, und dabei bleibt sie auf der Strecke. Die Frage, ob das ein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des Staates ist, beantwortet Staatsrechtler Prof. Volker Boehme-Neßler. Überraschende Wahrheiten lieferte der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn in der Enquetekommission des Bundestages zur Corona-Pandemie. Diese analysiert Rechtsanwalt Tobias Gall. Die Klimaentscheidung des Bundesverfassungsgerichts sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt. Auch weil das Gericht sich auf unzureichende wissenschaftliche Grundlagen stütze, womit es die Wahrheit nicht korrekt erfasse. Diese Entscheidung und die zugrunde liegende Maxime erläutert der Staatsrechtler Dr. Ulrich Vosgerau.
GoBewegt sich da was in der Kirche? Oder steckt sie weiterhin tief im Gefängnis des Moralismus? Achijah Zorn bekennt sich ausdrücklich zur Tradition der evangelischen Kirche, er „liebt die Reformation“, hat aber das Problem, dass seine Kirche die Tradition nicht mehr lebt und ihn aufgrund einiger Vorfälle, von denen er berichtet, auf einem Abstellgleis entsorgt hat – auf einem „blühenden Abstellgleis“, wie er es nennt. Der erzwungene Ruhestand hat es ihm ermöglicht, mit Muße eine Blütenlese aus seinen Erfahrungen in einem Buch zusammenzustellen, und er kann auch vom Abstellgleis aus „frech und frei“ seine Stimme erheben, womöglich sogar mit größerer Resonanz, etwa mit seiner Kolumne „Vorwort zum Sonntag“.
Er spricht davon, wie Gnade und Geborgenheit durch Moralismus verlorengehen, führt den Konflikt, der in der Geschichte des Christentums angelegt ist, auf Jakobus und sogar auf den Sündenfall zurück. Achijah Zorn wendet sich an alle, die wie er ihre Zweifel haben und um Verständnis ringen: „Glaube ohne Zweifel wird fundamentalistisch“, sagt er, „aber der Zweifel ohne den Glauben führt zur Verzweiflung.“
GoGeorg Orwell hat schon im Jahr 1944 in seinem Essay „Was ist Faschismus?“ festgestellt, dass der Begriff zum bloßen Schimpfwort verkommen ist. Für die Jahre nach der Wende kann Dr. Thomas Hartung den Befund bestätigen: „Wer alles Faschismus nennt, kennt keinen mehr“, sagt er und führt als Beispiel den Umgang mit dem Gedenken an Trümmerfrauen an. Hartung spricht von einer „Begriffsverwahrlosung“, die als Folge des übereifrigen Kampfes „gegen rechts“ entstanden ist und die sich auch da zeigt, wo man es nicht erwartet hat, wenn es etwa um Blutspenden, um die DLRG, um den Negerkuss oder Accessoires an Kleidungsstücken geht.
Hartung sieht sich selbst als Bildungspolitiker, und man merkt ihm sein Engagement an, der „ungebildeten Gegenwart“ entgegenzutreten und die „Bildungslandschaft zu verändern“. Das tut er, indem er für die AfD arbeitet und sich gleichwohl beim Verfassen seiner „Betrachtungen“, wie er seine Art der Essays nennt, einem künstlerischen Ideal verpflichtet fühlt und Freiräume für das eigene Denken schafft.
GoMark Twain kennt jeder. Aber kennen wir ihn wirklich? Peter Priskil stellt uns einen Mark Twain vor, der „Schriften gegen den Imperialismus“ verfasst hat und als stellvertretender Präsident der „Antiimperialistischen Liga der Vereinigten Staaten“ aktiv war. Das ist bisher im Schatten unserer Aufmerksamkeit geblieben, auch sein Buch „König Leopolds Selbstgespräch“ wurde hierzulande kaum wahrgenommen. Stefan Heym hatte es 1967 übersetzt, es blieb dennoch weitgehend unbekannt. Peter Priskil hat vergessene und unterdrückte Texte gesammelt, kommentiert, illustriert und zu einem imposanten Buch zusammengestellt: „Der unbekannte Mark Twain“. Er gibt damit zugleich einen kleinen Überblick über die Weltgeschichte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Nun können wir Mark Twain nicht nur als großen Humoristen, sondern auch als großen Humanisten kennenlernen, der sich über Lynchmorde empört, über die Grausamkeiten bei der Eroberung der Philippinen und beim Boxeraufstand in China. Wir sprechen über Imperialismus, damals und heute. Über Rassismus, damals und heute. Über echten und falschen Rassismus. Und über den Triumpf des Humors, auch wenn es ein bitterer Humor ist.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
Studiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
Studiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoEs ist der lichtvollste Text der Evangelien und wird in der Kirche einfach nur so gedankenlos vor sich hingeplappert. Dabei offenbart das Vaterunser die Essenz des Neuen Testaments. Andreas Thiel seziert die zehn Sätze Satz für Satz. Schon der Titel offenbart den revolutionären Charakter des Gebets. Diese zehn Sätze markieren den seit Jahrtausenden herbeigesehnten Wendepunkt im Verhältnis des Menschen zum Schöpfer.
Go
Zum Ausklang der Winterpause spielt Argo Lieder aus aller Welt. (Wiederholung vom 13. Juli 2024)
GoZu Beginn des Jahres leistet sich ein Bürgermeister einen schweren Doppelfehler, während in seiner Stadt die Lichter und Heizungen ausgehen. Die Behörden scheinen auf einem Auge blind zu sein, denn mehrere Gruppen können praktisch machen, was sie wollen – jahrelang, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Aufpassen müssen hingegen neue Medien, denn die Politik hat zum Angriff geblasen, um „unsere Demokratie“ (also ihre Macht) zu bewahren. Und der Kanzler? Dem soll eine neue Kommunikationsstrategie aus der Patsche helfen.
GoEs herrscht eisige Stimmung zwischen Europa und den USA, doch ein Treffen da, wo’s immer schneit, könnte die Dinge wieder etwas geraderücken. Auf Eis ist (neben E-Bussen) auch erst mal ein Freihandelsabkommen, weil die sogenannte Brandmauer wieder mal etwas eingerissen wurde, diesmal jedoch von grüner Seite aus. In der deutschen Hauptstadt ist derweil alles wie gehabt, denn es werden Anschlagsratgeber verteilt, und Geschichte gerät allmählich in Vergessenheit.
GoEin Regierungschef, der Desinformation bekämpfen wollte, muss seinen Doktortitel abgeben, weil er wohl nicht ganz ehrlich war. Nicht ganz sauber war auch die Arbeit der Fluchtministerin, die nun selbst flüchten muss. Auf der Flucht ist immer noch die Gruppe, die Berlin den Saft abdrehte. Saftig ist auch die Belohnung für den, der Tipps geben kann, während Hunderte Millionen Steuergelder weiterhin ins Ausland überwiesen werden. Und der Außenminister ist sich nicht sicher, ob er in Kenia oder Äthiopien war, aber Asien gefiel ihm trotzdem sehr.
GoDrei mächtige Politiker bekommen Schwierigkeiten, während eine Grüne will, dass alle nett zueinander sind. Ob sie damit auch ihre Hammerbanden-Connection meint, das ist nicht ganz klar, denn hier gehören raue Sitten ja zum guten Ton. Die EU muss wieder mit Zensurvorwürfen klarkommen, doch der Kampf für „unsere Demokratie“ (also ihre Macht) geht munter weiter. Ähnlich wie die Einwanderung, obwohl einige Länder bereits ihren eigenen Weg gehen und sich nicht mehr auf gefährliche Pfade begeben wollen. Wie die Berliner, die von einer NGO drangsaliert werden und aufpassen müssen, dass sie heil zu Hause ankommen.
GoWenn es Spaß macht, muss es verboten werden, wenn es einen anderen stören könnte, dann erst recht: Der Verbotswahn grassiert. Ob Lebensmittel, Gartengestaltung, Feuerwerk oder auch nur eine bestimmte Haltung: Der Staat scheint immer mehr von dem verbannen zu wollen, was früher selbstverständlich und akzeptiert war. Woher kommt diese Lust an Einschränkungen, was versprechen sich Regierungen davon – und weshalb lassen wir das mit uns machen? Das diskutieren aus der Schweiz der Berner Kantonsparlamentarier Mathias Müller, aus Deutschland der Publizist Detlef Brendel und aus Österreich der Journalist Richard Schmitt.
GoNoch immer spielt der Doktortitel im öffentlichen Leben eine Rolle – besonders wenn er Schwindlern schmachvoll aberkannt wird. Doch es gibt Unterschiede: Während in Deutschland die Zeichenfolge „Dr.“ zum amtlichen Namensbestandteil wird und bei Hotelreservierungen, auf Grabsteinen und im mündlichen Verkehr durchaus Verwendung findet, lässt man in der Schweiz solchen Imponierschmuck meistens weg. In Österreich wird man auch ohne universitären Hintergrund sowieso als Doktor angesprochen. Burkhard Müller-Ullrich erörtert mit dem Germanisten Prof. Dr. Peter J. Brenner, dem Journalisten Dr. Philipp Gut und dem Philosophen Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, ob eine Promotion wirklich Würde verleiht und welchen Nimbus wissenschaftliche Arbeit überhaupt noch hat.
GoIn dieser Ausgabe blicken wir auf den Zustand der Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Drei Professoren aus Recht, Physik und Psychologie diskutieren, warum das klassische Ideal der Hochschule unter Druck steht: weniger offene Debatten, mehr Konformität, mehr Sprachregelungen und politischer Erwartungsdruck. Während aus Österreich betont wird, dass technische Universitäten noch stark auf Ausbildung und Praxis setzen, schildert die Schweizer Perspektive einen wachsenden Anpassungszwang durch Leitbegriffe, Förderlogiken und ideologische Vorgaben. In Deutschland wird zudem kritisiert, dass Hochschulpolitik und aktivistische Gruppen die Atmosphäre prägen und Themen setzen. Am Ende steht die Frage: Wie kommt die freie, neugierige Wissenschaft zurück – und was muss sich dafür ändern?
GoBauernproteste quer durch Europa haben in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht. Verändert hat sich für die Landwirtschaft seither wenig – und wenn, dann zum Schlechteren. Neben der harten Arbeit im Stall und auf dem Feld gilt es Förderanträge auszufüllen, immer strengere Auflagen zu erfüllen und zu dokumentieren und mit dem Handel um faire Preise zu ringen. Drei Landwirte, Anthony Lee (Deutschland), Paul Pree (Österreich) und Urs Hans (Schweiz), diskutieren über aktuelle Herausforderungen, die Rolle des Staats und mögliche Wege aus einer Spirale, die das Bauerntum zur aussterbenden Branche machen könnte.
GoDer neue Film von Christoph Felder zeigt die spektakuläre Geschichte des Soldaten Larry Colburn, der sich 1968 im Vietnamkrieg seinen eigenen Kameraden mit Waffengewalt entgegengestellt hatte und so das Massaker von My Lai beenden konnte. Was er an einem einzigen Tag innerhalb von vier Stunden erlebte, prägte sein gesamtes weiteres Leben. Mehr noch: Das Trauma übertrug sich auf seinen Sohn.
Für Christoph Felder ist es wichtig, dass der Zuschauer nicht mit einem schlechten Gefühl aus dem Kino kommt. Er zeigt uns eindrückliche Bilder, in denen Geschichten enthalten sind, die in den Köpfen der Zuschauer weitererzählt werden. Felder führt uns die Spätfolgen vor, die sich über Generationen hinziehen. Der Film kommt zur rechten Zeit. Denn auch wir stehen vor der Frage, ob wir nicht auch mit dem Kriegstrauma unserer Vorfahren belastet sind und ob wir heute bereit wären, unsere Kinder in den Krieg zu schicken. Wie weit würden wir gehen, wenn wir uns im Ernstfall verweigern wollten? Der Fall Larry Colburn macht das Dilemma deutlich. Wir müssen uns in so einem Fall fragen: Welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich Widerstand leiste? Welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich keinen Widerstand leiste und einfach mitmache? Wie würden wir uns entscheiden? Sein Sohn bemerkt beiläufig, als wäre es eine Selbstverständlichkeit: „Von meinem Vater habe ich gelernt, wie wichtig es ist, für den Frieden zu kämpfen.“
GoHinter der Abkürzung MWGFD verbirgt sich die Gesellschaft der „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, e.V.“ Da haben sich prominente Mediziner und Wissenschaftler zusammengefunden, um eine alternative Darstellung der Corona-Problematik an die Öffentlichkeit zu bringen. Peter Bickel sieht sich als ihr „Internetsprachrohr“. Er hat auf Symposien erlebt, was Betroffene zu berichten hatten – er musste weinen – und hat gleichzeitig erfahren, dass die Öffentlichkeit dazu schweigt.
So hat er sich entschlossen, die Internetseite zu gestalten, die nun als Anlaufstelle für Impfopfer dient und zugleich ein Podium für unterschiedliche Beiträge bietet. Die werden von Johannes Clasen moderiert, der einerseits Fachleute zu Wort kommen lässt, die etwas erklären, andererseits Betroffene, die sich offenbaren. Für ihn ist eine „Sprachkultur im Sinne einer Aufarbeitung die absolute Basis“ zur Überwindung der Spaltung der Gesellschaft. Die MWGDF fordert einen „offenen Dialog“ mit „wissenschaftlichen Studien, die auch konkurrierende Ansätze berücksichtigen“. Doch es wird nicht nur gefordert und geklagt, auf der Seite der MWGFD finden sich Möglichkeiten zur Versöhnung und Beispiele, wie Betroffene ihr Schicksal in Liedern und Gedichten verarbeiten und versuchen, ihr Leid zu überwinden.
GoDie von Dr. Kerstin Steinbach so genannte bessere Zeit (von 1965 bis 1975) zeichnet sich durch ein Lebensgefühl aus, das aus heutiger Sicht geradezu märchenhaft wirkt: Man konnte angstfrei seine Sexualität ausleben, selbstbewusst nackt sein und offen seine Meinung aussprechen. Beendet wurde das kurze Glück durch die aggressive „Schwarzerei“, also durch die staatlich abgesicherten Vorstöße von Alice Schwarzer, die uns den gouvernantenhaften Frauenrat und ein „gängelndes“ Sexualstrafrecht beschert haben und durch Berufsverbote, die durch den Radikalenerlass von Willy Brandt möglich wurden.
Steinbach hat die „verhassten Bilder“ der „besseren Zeit“, in der Prostitution und Pornokonsum rückläufig waren, lustvoll dokumentiert, wehmütig kommentiert und historisch eingeordnet. Damals galt: „Lustsuche statt Geldsuche“. Bei Sachfragen sollte die Vernunft auf dem Richterstuhl sitzen, die Geschlechterfrage sollte keine Rolle spielen, die Politik sollte sich heraushalten. Das ist vorbei. Eine Rückkehr zu der „besseren Zeit“ wird es so bald nicht geben. Jetzt geht es, so Steinbach, darum, die Wiedereinsetzung der Verfassung zu erstreiten und die Meinungsfreiheit zu verteidigen.
GoSobald die Dinge ausgesprochen werden, so hat Robert Musil gesagt, verlieren sie ihre Macht über uns. In diesem Sinne äußert sich Dr. David Berger in einem ungewöhnlich intimen Bericht über seine Sünden, über exzessiven Drogenmissbrauch, über Sexpartys und seinen Bruch mit der Kirche. Aber auch darüber, wie er wieder zurückgefunden hat zum katholischen Glauben, der für ihn „Heimat“ ist, ein „Ordnungssystem“, eine Versöhnung mit der Kindheit. Berger spricht über die Bekenntnisse, die „Confessiones“, des Heiligen Augustinus, über Konstantin den Großen und über die Kraft im „Salve Regina“.
Er gibt außerdem Hilfestellung für die, denen der Zugang zum Katholizismus nicht so leichtfällt. Keinesfalls sollte man den Fehler machen, aufzugeben und mit Bitterkeit auf seine Verfehlungen zurückzublicken, vielmehr sollte man darin den Weg erkennen, auf den Gott uns führt. Er gibt uns die Freiheit, sich für das Gute und Wahre zu entscheiden und zu erkennen, dass der „Ausdruck der Wahrheit“ in der Schönheit liegt.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
Studiotelefon: 052 551 34 34 (in der Schweiz), 0221 554 0611 (in Deutschland)
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoEine der lichtvollsten Passagen des Neuen Testaments, und dazu wohl noch die bekannteste, wird in der Kirche einfach nur so gedankenlos dahergeplappert. Dabei wird mit dem Vaterunser in den Evangelien ein semantisches Feuerwerk gezündet. Dieses Gebet ist von geradezu überbordender Fröhlichkeit. Andreas Thiel beleuchtet die schöne geometrische Ordnung und den zentralen Punkt des Texts, der verblüffender nicht sein könnte.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoEine Regierungschefin wird mehr als nur bestätigt und kann ihre Agenda fortsetzen. Derweil wird das Gas in Deutschland immer knapper, der Umweltminister will den Ausstoß der Rinder prüfen und zur Not auch neue Klimakühe züchten. Klimaschutz hat halt Priorität, und das gefällt auch einem gewissen Experten, der sich zu Höherem berufen fühlt. Sein Nachfolger hat noch Probleme mit Milliarden von Masken, aber er musste sie ja nicht bezahlen, weshalb das Problem mit den verbrannten Milliarden gar nicht so wild ist. Andere reisen ohne Ende am liebsten nach Hause auf Steuerzahlerkosten, doch das ist nicht so gefährlich wie ein Spaziergang in der Hauptstadt, in der die Banden das Kommando übernommen haben.
GoJetzt wird es langsam unangenehm für unsere Demokraten, denn die Menschen begehren auf. Doch Rettung naht in Form von Klarnamenpflicht und Digitalidentität. So kann man die Menschen einfacher in ihre Schranken weisen, damit sie bloß nicht Kritik üben und die Mächtigen stören. Die Zwangsgebührenmedien leisten dabei gerne Hilfestellung, zum Beispiel mit gefälschten und falschen Videos. Ferner kann man ja auch noch hier und da eine spontane PR-Aktion machen, die vorher sauber einstudiert wurde. Und wer Bahn fahren muss, weil der Wasserstofftank leer ist, der sollte kein Ticket zeigen, denn eine Kontrolle könnte die Grundaggressivität steigern.
GoDie Simulationssender fühlen sich ertappt, doch eine Entschuldigung wirkt Wunder, und sie machen einfach munter weiter. Der Preis, den man dafür zahlen muss, steigt wohl wieder. Egal, denn es ist ja für Unseredemokratie. Die wird auch unentwegt verteidigt, durch Drohkulissen, Durchsuchungen und Warnungen vor bösen Wörtern, die man nicht im schlimmen Netz posten sollte. Hier muss man äußerst vorsichtig sein, denn anders als bei elitären Kreisen wird kein Auge zugedrückt. Zur Not rettet uns aber bestimmt eine bekannte Völkerrechtsexpertin.
GoIn der EU herrscht Korruption, und woanders wird spioniert, was das Zeug hält. Rekordverdächtige Zahlen überall: Kriminalität und Einwanderung steigen, und gleichzeitig ist und bleibt alles so sicher wie nie zuvor. Zum Glück gibt es dann auch noch gewisse Schützer, die minderwertige Gutachten erstellen und Namen verwechseln. Eine Politikerin mit Armbinde hat das Nachsehen, und die Nachwirkungen eines anderen Politikers zeigen sich immer noch. Hoch im Norden heißt man auf Steuerzahlerkosten willkommen, während man tief im Süden kurz vor der Wahl eine Falschzitat-Kampagne fährt.
GoDer Alltag wird für immer mehr Menschen zur Belastungsprobe: Sprit, Energie, Mieten, Lebensmittel und Versicherungen ziehen an, während am Monatsende selbst bei soliden Einkommen immer weniger übrig bleibt. Thilo Schneider, Wolfgang Kieslich und Olivier Kessler sprechen mit Florian Machl über einen schleichenden Verlust von Wohlstand, über steigende Steuer- und Abgabenlast, über politische Fehlsteuerung und über einen Staat, der nach ihrer Darstellung immer tiefer in Wirtschaft und Alltag eingreift, ohne die Lage zu entschärfen. Diskutiert werden auch die Folgen für Familien, Eigentum, Altersvorsorge und Geburtenentwicklung.
Während Deutschland und Österreich unter besonders starkem Kostendruck stehen, erscheint die Schweiz in Teilbereichen stabiler, doch auch dort wächst die Sorge vor Verschuldung, Sozialausbau und Kaufkraftverlust. Die Teuerung wirkt sich inzwischen überall massiv auf das Leben der Bürger aus.
GoWährend der unglückseligen Corona-Jahren erlebten wir einen „Winterschlaf der Kultur“, wie es Friedrich Nietzsche genannt hätte. Für alle Kunstformen, die sich direkt an ein Publikum wenden wollten, gab es einen Lockdown, regierungskritische Töne wurden bekämpft. Für viele Künstler ging es ums Überleben. Obendrein stellte sich ihnen die Frage, mit welchen künstlerischen Mitteln sie die drängenden Themen verarbeiten sollten. Eugen Zentner hält die Form der Kurzgeschichte für besonders geeignet, um innere Kämpfe darzustellen, die die Helden an einen Punkt bringen, von dem aus sie auf den „Boden ihrer Existenz schauen. Es ist ein Punkt größter Verzweiflung“. Er bringt dafür Beispiele aus seiner Sammlung „Corona-Schicksale“ und spricht über die Entwicklung der modernen Kurzgeschichte, in der die Situation selber zum eigentlichen Protagonisten wird.
In seinem Buch „Kunst und Kultur gegen den Strom“ stellt er Künstler vor, die sich keinen Maulkorb umbinden ließen. Einige davon waren schon bei „Unter Freunden“ zu Gast. Das Archiv dieser Sendereihe ist – wie auch das Buch von Eugen Zentner – ein Tummelplatz der kritischen Kunstszene, die eine bemerkenswerte Vielseitigkeit aufweist und – wie an den Kurzgeschichten von Zentner deutlich wird – den ernsthaften Willen hat, nicht nur als Protokoll der laufenden Ereignisse zu dienen, sondern sich als Kunst mit einem Eigenwert zu behaupten.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoWeg mit den Sonderschulen, alle Kinder unter einem Dach, unabhängig von ihren körperlichen und geistigen Voraussetzungen: Seit Jahrzehnten wird die Inklusion als einzig wahrer Weg verkauft. Die Kritik daran wächst aber bei Lehrkräften und Eltern. Denn das pädagogische Dogma Inklusion löst seine Versprechungen in der Realität nicht ein: Schwächere profitieren nicht, Stärkere werden zu wenig gefördert. Elke Rauh-Reinschmidt (Deutschland), Horst Ganitzer (Österreich) und Riccardo Bonfranchi (Schweiz) diskutieren über die Auswirkungen der Inklusion, die Ideologie hinter dem Konzept und Wege aus der Sackgasse.
GoDie Kernenergie erlebt europaweit einen neuen Aufschwung. Welche Aussichten in unserem Sendegebiet bestehen, diskutieren Björn Peters (Deutschland), Dominic Wipplinger (Österreich) und Walter Rüegg (Schweiz). Zuerst werden die Fragen nach Sicherheit, realen Risiken und der Rolle von Fukushima in der öffentlichen Wahrnehmung geklärt. Die Experten erläutern technische Fortschritte, moderne Reaktorkonzepte und die tatsächlichen Auswirkungen von Unfällen. Zudem geht es um Kosten, politische Rahmenbedingungen und die Bedeutung der Kernenergie für Versorgungssicherheit und Industrie.
Die Diskussion macht deutlich, wie stark politische Narrative und Informationsdefizite die Debatte prägen. Letztlich schildern die Fachleute nachvollziehbar, weshalb die Atomkraft für die menschliche Zivilisation wichtig und vor allem beherrschbar ist – und die Zukunft prägen wird.
GoImmer mehr Apotheken schließen, viele kämpfen ums Überleben, und von der Politik ist kaum Hilfe zu erwarten. Die traditionelle Rolle als Versorger im Gesundheitssystem steht auf dem Spiel. Was muss geschehen, um die Apotheke um die Ecke zu retten? Oder gehört die Zukunft einfach dem digitalen Handel – und die persönliche Beratung bleibt auf der Strecke? Zu Gast dazu sind Thomas Luft (Deutschland), Gerhard Kaniak (Österreich) und Lorenz Schmid (Schweiz).
GoEine ehemalige Volkspartei erlebt ein Debakel, die nächste Wahl steht auch schon vor der Tür, und es könnte knapp werden. Beim letzten Mal war es Entenpastete, die einen Strich durch die Rechnung zog, und beim nächsten Mal könnte es der gute alte Filz sein. Der Zug ist noch nicht abgefahren, aber aufpassen sollte man schon als Fahrgast, während Bahn-Manager die Abfindungen genießen. Vorsicht ist auch die Devise, wenn es um die persönliche Meinung oder Fotomontagen geht, denn hier kann es ganz schnell Ermittlungen geben, wenn man nicht schon direkt auf der Demo festgenommen wird.
GoDer Oberbürgermeister wurde schon wieder beim Lügen erwischt, und nun fragt man sich, wie viele Stunden er diesmal auf dem Tennisplatz verbringen muss, um seinen Kopf wieder freizubekommen. Das Handy wird natürlich wieder auf laut gestellt, damit das Klingeln auch zu hören ist bei den ganzen Schießereien. Streitigkeiten gibt es auch wegen des sogenannten Sondervermögens, das in dunklen Haushaltskanälen verschwunden sein soll, obwohl es ja für Investitionen in die Infrastruktur durchgedrückt worden war. Eigentlich wollte man ja keine neuen Schulden machen, aber wer politische Versprechen abkauft, der denkt auch, dass Männer Frauenpreise bekommen sollten.
GoEine ehemalige Volkspartei ist kaum wiederzuerkennen, doch auch andere Parteien und ihre Mitglieder haben Probleme. Abgesehen von Wahlschlappen und Wahlfälschung wurde auch wieder mal über die sogenannte Chatkontrolle abgestimmt. Währenddessen baut sich ein perfekter Sturm auf, der die Anonymität im Netz kampagnenartig hinwegfegen soll. Visagisten und Friseure haben dabei alle Hände voll zu tun, denn die hohen Herrschaften sollen ja gut aussehen, wenn sie über das Geld anderer Leute bestimmen und über eine weitere Steuererhöhung nachdenken.
GoDeepfake-Fake-News überschwemmen das Land im Eiltempo, um einem neuen Gesetzesvorhaben den nötigen Schwung zu geben. Spritpreise steigen, und Tempolimits werden gefordert, während PR-Firmen bei der Regierung anheuern. Alle sollen jetzt lieber mit der Bahn fahren, obwohl diese in einem demokratiegefährdenden Zustand und unsicher ist und selten pünktlich ankommt. Die gute Haltung zählt hier wohl wieder mal, wie so oft. Derweil verdrehen Fahrgäste die Augen, und Genossen verdrehen sich die Arme.
GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoAndreas Thiel ist zurück mit der Sendung „Böser Montag“. Wenn Sie in der Schweiz leben, kennen Sie vielleicht diesen Titel, denn „Böser Montag“ hieß die berüchtigte, stets ausverkaufte Bühnenshow, die Andreas Thiel jahrelang im Theater am Hechtplatz in Zürich, wenn es sein musste auch gegen ein lautstark protestierendes Publikum, durchzog. Jetzt ist „Böser Montag“ die unberechenbarste Radiosendung Europas, wenn nicht sogar der Schweiz, denn Sie können ab 20 Uhr Andreas Thiel live anrufen und mit ihm über alles oder nichts reden, in Schweizer- oder, wenn Sie nicht anders können, auch in Hochdeutsch.
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GoIn diesem ersten von zwei Teilen über die platonischen Tugenden Gerechtigkeit, Weisheit, Besonnenheit und Tapferkeit beleuchtet Andreas Thiel den Unterschied zwischen Kenntnis und Erkenntnis. Er erklärt, warum die antiken Griechen wussten, dass die Erde rund ist, und weshalb wir das heute bloß noch glauben. Aus dem gleichen Grund wussten die alten Griechen auch, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, während wir auch das höchstens noch glauben. Hingegen wären die logisch denkenden Griechen auf einige Dogmen unserer Zeit wohl nicht so schnell hereingefallen. Denn Weisheit kommt nicht von Wissen, sondern von Erkenntnis.
GoRebecca Niazi-Shahabi hat sowohl israelische als auch iranische Wurzeln. Sie erzählt von ihren Abenteuerreisen nach Teheran, als sie 1975 als Kind das Wunderland mit den imposanten, selbstbewussten Frauen und den schroffen Widersprüchen zwischen Glanz und Elend erlebt und sogar den Schah Reza Pahlavi getroffen hat. Dann musste sie 1979 mitansehen, wie das Land von religiösen Eiferern übernommen wurde. Ihre Liebe zu dem Land wirkt immer noch nach und bereitet ihr vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse schlaflose Nächte. Gleichwohl sorgt sie sich um ihre Freunde in Israel, die ebenfalls in einem dramatischen Konflikt stecken. „Man darf sich gegen nichts und niemanden aufhetzen lassen, weil das nicht im eigenen Interesse ist. Krieg ist nicht in unserem Interesse.“
Rebecca Niazi-Shahabi erzählt vom Alltagsleben, von der Mode, von der Musik, und sie stellt uns Googoosh vor, eine lebende Legende, „ein Symbol für das, was Iran verloren hat“. Googoosh gehört zur Lebensgeschichte der Iraner wie eine gute Freundin, die man schon lange kennt, und verkörpert die Sehnsucht, dass „Iran unter einem Dach wieder Iran sein kann“.
GoStaaten sind nicht miteinander befreundet, sie haben unterschiedliche Interessen, die abgeglichen werden müssen. Dennoch gibt es auch zwischen einigen Staaten geradezu freundschaftliche Beziehungen, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Dr. Christian Wipperfürth, der sich besonders auf das deutsch-russische Verhältnis spezialisiert hat, gibt einen Überblick über die Entwicklung der deutschen Diplomatie und bedauert, dass die ehemals guten Beziehungen „verspielt worden sind“. Entsprechendes gilt für die Beziehungen mit dem Iran. Wipperfürth beklagt nicht nur die aktuelle Misere und weist auf Defizite der deutschen Außenpolitik hin, er erinnert auch an gute Zeiten, an gute Einzelfälle und macht konkrete Vorschläge für „kleine Schritte“ in die richtige Richtung.
Wipperfürth spricht auch über die demografische Krise, gibt einen weit gefassten Überblick über die Entwicklungen und die Maßnahmen in Frankreich und Deutschland und belässt es auch hier nicht beim Beklagen der Zustände, sondern plädiert für mehr „Gelassenheit im Umgang mit Kindern“.
GoIhr Vater saß nach versuchter Republikflucht im Gefängnis. Weil sich die junge Andrea nicht von ihrem Vater distanzieren wollte, wurde sie in Mitleidenschaft gezogen. Sie durfte kein Abitur machen, als sie einen Ausreiseantrag stellte, beschied man ihr: „Sie kommen hier nie raus.“ Sie wurde Punk-Sängerin, weil es die angemessene Musik war, um das „sprengende Gefühl“ gegenüber den Einschränkungen des Sozialismus auszudrücken.
Als sie schließlich doch in den Westen kam, war sie enttäuscht, als sie den Ost-Punk mit dem kaputten West-Punk verglich. Sie wollte nicht in die „Selbstzerstörung gehen“, schrieb Bücher und kleine kritische Texte für alternative Medien. Sogleich machte sie wieder Bekanntschaft mit der Kontaktschuld: Veranstaltungen wurden abgesagt, sie wurde gemobbt und verraten. So wie die Stasi versucht hat, Familien zu trennen und Liebschaften zu untergraben, so wurden wir auch in Zeiten von Corona „mit Liebe erpresst“, wie Andrea Berwing sagt. „Der gesunde Mensch wurde zum Feind erklärt. Liebe wurde zum Feind erklärt.“ Inzwischen hat sie wieder „Freude am Leben“ gefunden, sie sieht es jedoch nicht als ihre Aufgabe an, den Verrätern zu verzeihen. Das tut sie nicht.
GoDamals waren sich die Organisatoren nicht einig, ob eine „Internationale Friedensfahrt“ von Warschau nach Prag führen sollte oder umgekehrt. 1948 gab es deshalb zwei Fahrten, eine von Warschau nach Prag, eine in die Gegenrichtung. Christian Reuther erzählt von der „Friedensfahrt Berlin“, die es seit 2022 gibt und sich als Fortsetzung dieser spektakulären Friedensfahrten sieht, die damals in der DDR jeder kannte. Auch 2022 mussten verschiedene Richtungen zusammengeführt werden: Die alten Friedensfahrer sehen sich in linker Tradition, die neuen Radler werden als „Neue Rechte“ beschimpft.
Die „Friedensfahrt Berlin“ entstand aus den Corona-Demonstrationen, mit denen die Linken zunächst fremdelten. Inzwischen finden sie zusammen, einerseits die „Friko“, also die alte Friedensbewegung, zu der auch die Kriegsdienstverweigerer zählen, andererseits die Aktivisten einer neuen Friedensbewegung, die neue Lieder hat und einen besonderen Charme: Sie sind „mobil und bürgernah“. Mit einer Hand winken sie freundlich und verbreiten gute Laune, sie sind gegen Waffenlieferungen, für Verhandlungen, ihre Parole lautet „Frieden nach innen und außen“. Also dann: Gute Fahrt! Und: Frohe Ostern!
GoRonald Friedrich Schwarzer aus Wien, Claudio Zanetti aus der Schweiz und Tilo Schneider aus Deutschland diskutieren über Freunderlwirtschaft und politische Netzwerke. Es geht um persönliche Loyalität, Machtstrukturen und die Frage, wo legitimes Vertrauen endet und Korruption beginnt. Anhand konkreter Beispiele aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigen die Teilnehmer, wie unterschiedlich damit umgegangen wird und welche Folgen das für Staat und Gesellschaft hat. Im Mittelpunkt stehen auch Medien, Transparenz und die Rolle des Bürgers in der Kontrolle politischer Eliten. Ist Vetternwirtschaft unvermeidbar oder ein Zeichen eines aus dem Gleichgewicht geratenen Systems? Eine kontroverse Diskussion mit grundlegenden Fragen zur Funktionsweise moderner Demokratien.
GoWährend das Auto für viele weiterhin Freiheit und Identität symbolisiert, wächst der politische Druck durch Klimaziele, Regulierung und Elektromobilität. Die Kraftfahrzeug-Liebhaber Oliver Lauter aus Deutschland, Richard Wladecker aus Österreich und Daniel Seiler aus der Schweiz diskutieren die Bedeutung des Autos zwischen Emotion und politischem Wandel. Kritisiert werden zunehmende Eingriffe wie Tempolimits, Verkehrsverknappung und technische Bevormundung moderner Fahrzeuge. Die Elektromobilität wird differenziert bewertet: sinnvoll im urbanen oder gewerblichen Einsatz, jedoch problematisch bei Infrastruktur, Kosten und Alltagstauglichkeit. Zudem thematisiert die Runde kulturelle Unterschiede, die Oldtimer-Szene sowie Entwicklungen wie Tuning und Statusdenken.
GoSchreck der Erinnerung: Am 19. April 1943 begann der Aufstand im Warschauer Ghetto, der im Mai mit einer „Großaktion“ niedergeschlagen wurde, sodass der SS-Brigadeführer Jürgen Stroop melden konnte: „Der ehemalige Jüdische Wohnbezirk Warschaus besteht nicht mehr.“ 65.065 Juden wurden „erfasst“ und „nachweislich vernichtet“. Ein Rückblick auf zwei Reisen, die sich dem Geschehen annähern, auf zwei Ausflüge in die Vergangenheit mit viel Musik und mit persönlichen Erinnerungen.
Bernhard Lassahn erzählt die Geschichte einer Singschar, die in Polen auf Tour geht, um mit deutschem Liedgut und jugendlicher Fröhlichkeit die Verletzten in den Lazaretten aufzumuntern und vom Ghetto in Warschau zu berichten. Er stellt das Projekt „Benvenuti nel ghetto“ der Gruppe Stormy Six vor, die von Mailand aus auf den Aufstand blickt. Dabei erklärt er die Texte von Umberto Fiori, der italienische Poesie mit deutschen Fachausdrücken mischt, sodass wir Stichworte wie „Wehrmacht“, „jüdischer Wohnbezirk“, „Edelweiß“ und „Umschlagplatz“ heraushören, als könnten wir damit schon das ganze Elend erfassen.
GoEine Waffenruhe wurde angekündigt, doch leider kam es nicht sofort dazu. Ähnlich wie in Deutschland, wo viel darüber geredet und nachgedacht wird, wie man die Gewalt in der Öffentlichkeit eindämmen kann. Zuerst das Messerverbot und bald dann auch das Alkoholverbot? Wer das Land einfach nur noch verlassen will, und sei es nur für ein halbes Jahr, der muss zuerst bei einem sogenannten Karrierecenter um Erlaubnis bitten. Reisefreiheit ist zwar ein Grundrecht, doch das Land soll ja auch kriegstüchtig werden, während nebenbei ein Desaster das andere jagt. Heizen wird teurer, und Wohnraum ist knapp, doch es gibt auch einen Gewinner der Krise: den Staat, denn hohe Spritpreise lassen seine Kassen klingeln!
GoIn der vorerst letzten Folge von „Argos Ohren“ begibt Argo sich noch einmal auf eine abwechslungsreiche Reise durch die verrückte Nachrichtenwelt. Er spielt dazu wie gewohnt neue und alte Lieder aus aller Welt, die sich heute mit eher ewigen Themen befassen. Zu hören sind Klänge, die sich um Veränderungen, Erinnerungen, Neuanfänge, Wiedergeburten und die Ewigkeit drehen. Und ein kleiner Blick in die Zukunft wird auch gewagt …
GoVolker Mohr hat Architektur studiert und hat sich in Literatur verliebt. Er ist, wie Vera Lengsfeld meint, „einer der erstaunlichsten Gegenwartsautoren“ der Schweiz. Da ist es nicht weiter erstaunlich, dass man in seinem Buch „Der Verlust des Ortes“ Betrachtungen über die Verrohung der Baukunst findet, die – eingerahmt in literarische Ausschweifungen – eine Tendenz aufzeigen, bei der am Ende der Mensch nicht als Mensch, sondern als Maschine gesehen wird, und immer nur, wie man heute unbedacht sagt, „vor Ort“ ist, jedoch nicht im Ort.
Auch in seinem Buch „Unter Menschen“ zeigt sich Volker Mohr als Poet und Architekt zugleich: Er fügt poetische Betrachtungen zusammen, die insgesamt ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Allerdings sind stets im Hintergrund beunruhigende Untertöne vernehmbar, sodass in seinen Texten ein Gefühl von latenter Bedrohung vorherrscht. In einer Geschichte, bei der jemand durch eine leere Klinik irrt, wird der Skandal der Intensivbettenlüge „auf einer anderen Ebene verhandelt“. Volker Mohr berichtet davon nicht direkt, er geht bei seiner „poetischen Aufnahme“ sowieso nicht von journalistischen Meldungen aus, sondern vom Gefühl, von der Frage, wie Menschen in solchen Fällen reagieren.
Der irrende Mensch in seiner Erzählung klammert sich an Erklärungen, die es ihm ermöglichen, mit der Differenz zwischen seinem Erleben und seinem Vorwissen klarzukommen. Volker Mohr versucht, so ein Verhalten zu verstehen, und will die inneren Landschaften neu vermessen, weil unserer Gefühl, ein „Zuhause“ zu haben, in seinen Grundfesten erschüttert ist. Im Moment sieht Volker Mohr die Aussichten negativ, aber „auf längere Sicht“ sieht er mit Gewissheit eine Umkehr kommen.
GoMan kann sich leicht von der scheinbaren Beiläufigkeit täuschen lassen, wenn Magda von Garrel uns in ihrem Buch „Mensch als Beute“ einigen freundlichen Gesprächen – etwa über Katzenkrankheiten – lauschen lässt. Die Dialoge sind gut zu lesen und führen uns sanft wie auf Katzenpfötchen an das Thema heran: die Bedrohung durch „elitäre Transformationsprojekte“. Magda von Garrel warnt vor den Gefahren der Digitalisierung, die im Bereich der Bildung bereits schwere Schäden angerichtet hat, vor der zunehmenden Überwachung, die sich besonders drastisch an den Sanktionslisten der EU zeigt. Der Verlierer bei den gigantischen Geschäften und kriminellen Machenschaften, denen sie auf der Spur ist, ist der einzelne Mensch, der ausgebeutet, überwacht und klein gehalten wird.
Bei den Gesprächen über Corona, Gesundheit, Ernährung, Bildung, Mobilität, Diskriminierung, Überwachung, Manipulationen, Demokratieverluste und Zukunftsprojekte lauert immer bedrohlich ein Abgrund hinter der freundlichen Fassade, und es bleibt am Ende eine offene Frage. „Mensch als Beute“ ist ein Buch mit einer angenehmen, benutzerfreundlichen Oberfläche, wie man das von Smartphones kennt, aber mit ernsthafter Tiefe.
Beide hatten dreissig Jahre Erfahrungen auf der Bühne hinter sich, als Corona dem Treiben ein Ende setzte. Michael Sailer versuchte in einem „heimlichen Garten“ durchzuhalten. Da traf er auf Franz Esser. Aus der Begegnung wurde ein neuer Anfang mit gemeinsamen Projekten und neuen Formaten. Franz Esser, der Musiker, greift dabei auf ein Spektrum zurück, das von Degenhardt-Liedern und Schlagern bis hin zu Popsongs und Minihörspielen reicht. Michael Sailer, der „Büchernarr“, schreibt kritische Kommentare zu der „Chronik der laufenden Ereignisse“, die man wegen ihrer besonderen Beobachtungsgabe und Detailgenauigkeit mit den Aufzeichnungen von Victor Klemperer vergleichen kann. Beide sind nach der Corona-Krise wieder vor einem immer größer werdenden Publikum aktiv, lauter und lustiger denn je.
GoHubertus Becker, genannt Huby, ist eine „Verbrecherlegende“. Sein Ehrenkodex, niemanden zu verraten, hat ihm nicht nur in der Unterwelt Respekt eingebracht und wird in Videos von Gangster-Rappern gepriesen. Als Haschischschmuggler hat er auf internationaler Bühne ein Luxusleben geführt, das ihn mit prominenten Abnehmern seiner Schmugglerware zusammengebracht hat. 1972 wurde er zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt, traf im Gefängnis auf Ludwig Lugmeier und startete ein neues Leben als Schriftsteller. Er gewann Preise, wurde von Martin Walser gefördert und ist inzwischen selbst ein aktiver Förderer der Gefängnisliteratur.
In seinem Sachbuch „Die Niederlage des Gefängnisses“, das an Michel Foucault angelehnt ist, rechnet er mit dem Justizwesen ab und weist sein Versagen nach. Seine erzählenden Texte sprühen vor Abenteuerlust, Reiselust und Freude am Drama, sie verraten dabei stets eine gewisse Leichtigkeit und einen unbeugsamen Überlebenswillen.
GoWas als vielversprechendes Zukunftsprojekt begann mit der Vorstellung von einem geeinten Europa in Frieden und Freiheit hat sich zu einer Bedrohung entwickelt. Gabriele Gysi findet deutliche Worte, sie spricht von „Betrug“, von einem neuen „Imperialismus“ und von „organisierter Verantwortungslosigkeit“, wie man sie aus der DDR kannte und wie sie heute durch das Wirken der NGOs in neuer Form auflebt. Sie beklagt eine kulturelle Nivellierung, spricht von Abscheulichkeiten wie dem Eurovision Song Contest und der Art, wie sich die Olympischen Spiele präsentieren. Sie warnt vor einer neuen Aufrüstung und zeigt sich fassungslos über die „Sanktionen“, die sich die EU anmaßt.
Gabriele Gysi hält es für notwendig, nationale Grenzen zu respektieren und damit auch eine nationale Identität. Sie sieht eine Perspektive in der Verbesserung der Beziehungen zu Russland und in einer Orientierung hin zu einer Neutralität.
GoHaben wir überhaupt noch eine Heimat? Oder nur noch eine Erinnerung daran? „Heimat“ ist das berühmte letzte Wort bei Ernst Bloch in dessen dreibändigem Werk „Das Prinzip Hoffnung“. Worauf hoffen wir? Darauf, dass wir unsere „Entäußerung“ und „Entfremdung“ ablegen können und „dann etwas entsteht, was allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat“. Was einem in die Kindheit scheint, soll hier in bei einem Rundgang durch ein imaginäres Heimatmuseum vorgeführt werden: Wir erinnern uns an Gartenzwerge, an die Dauerwurst und an den Ochsenschwanz, an die Mausefalle, den Flitzebogen und den Gilb.
Damals gab es noch ein verheißungsvolles Partyzimmer mit geheimnisvollen Gästen wie Freddy, Lex Barker und Rex Gildo. Es gab Gerätschaften wie den Zehnplattenwechsler und die Bartwickelmaschine. Und es gab Witze, die immer so anfingen: Ein Deutscher, ein Russe und ein Amerikaner … Die Witze waren die Gewürze der Kinderzeit. Am Anfang stand das Kinderlachen. Das hat uns die Erinnerung vergoldet.
Go
Ulli Kulke hat als erster deutscher Journalist die abgelegenen Pitcairninseln besucht, auf denen sich einst die Meuterer von der Bounty versteckt hatten. Er kennt nicht nur die berühmten Sehnsuchtsorte, sondern auch selten besuchte Adressen in der Südsee, er war auf den Gewürzinseln, auf kleinen Atollen und auf der legendären Insel Yap, wo die Geldmünzen so groß sind wie Mühlsteine. Als „Donald Duck“-Leser und studierter Volkswirt hat ihn natürlich das „große Geld“ besonders gereizt, aber noch stärker war der Lockruf der Südsee gewesen, der ihn schon als Kind verführt hatte. Von seinen Traumreisen hat er erstaunliche Geschichten mitgebracht, die in der Ferne „auf ihn gewartet hatten“.
Hier warteten dann Preise und Auszeichnungen auf ihn. Seine journalistische Laufbahn hat ihn von der Taz zu „Natur“, zu „Mare“ und zur „Achse des Guten“ geführt – eine Entwicklung, die man gut in dem Buch „Wenn das Denken die Richtung ändert. Warum wir nicht mehr links sind“ nachvollziehen kann. Ulli Kulke ist den Klimaschwindlern auf die Schliche gekommen und lässt die Lügen auffliegen, an denen viele, die sich zur Rettung des Klimas aufgerufen fühlen, immer noch hängen. Er wiederum hängt immer noch an seinem Jugendtraum und lässt einen deutlich spüren, dass er dem Zauber der Südsee immer noch erlegen ist: Aloha!
Go