Menschenbilder: Giuseppe Gracia macht keine Interviews, er führt Gespräche. Oft mit der Zürcher Psychoanalytikerin Jeanette Fischer, die mit ihm über über Liebe und Treue, über Leben und Tod philosophiert. Keine Tabus. Kein Drehbuch, einfach ein kultiviertes Gespräch.
["125"]Tags: Banken, Cancel-Culture, Demokratiebetreuung, Empörungsmaschinerie, Gesellschaft, Historische Bezüge, Kinder & Jugendliche, Krieg & Frieden, Kultureller Bürgerkrieg, Liberalismus, Management by panic, Mann & Frau, Medien, Moralisierung vs. Realität, Natur, Philosophie, Psychologie, Religion, Sprache, Sündenbock-Mechanismus, Totalitarismus, Widerstand & Protest, Wirtschaft,Inklusion bedeutet für viele, die Gesellschaft so zu gestalten, dass alle gleichberechtigt teilhaben können. Doch sind die damit verbundenen politischen Programme und Forderungen wirklich positiv? Gibt es eine dunkle, ja totalitäre Seite der Inklusion?
GoIn der Psychologie versteht man unter Projektion einen Abwehrmechanismus, der eigene, unerträgliche Gefühle und Wünsche einem anderen Menschen zuschreibt und sie dort stellvertretend verfolgt und bekämpft. Was bedeutet das für die politische Kultur? Ist der Hass auf Andersdenkende und der Kampf gegen „Nazis“ oder „Demokratiefeinde“ eine Projektion derer, die in ihrer moralischen Hybris selbst zum Totalitären neigen?
GoMan hört oft, die Demokratie sei in der Krise – oder schlimmer: Es herrsche längst keine Demokratie mehr, sondern die internationalen Programme einer nicht gewählten Klasse von Reichen und selbsternannten Weltgestaltern. Verschwörungstheorie oder Hinweis auf reale Defizite? Was bedeutet Demokratie, was ist ihr gesellschaftlicher und humaner Wert etwa im Vergleich zur Anarchie? (Wiederholung vom 9. Februar 2025)
GoSeit den Zeiten des Alten Testaments gibt es Sündenböcke, auf die gesellschaftliche Abgründe übertragen werden, damit eine Mehrheit sich moralisch sauber fühlt. Sind Menschen frustriert oder unglücklich, richten sie ihre Aggression auf wehrlose Personen oder Gruppen. Dies kann auch mittels einer durch Machteliten verbreiteten Ideologie geschehen, die ein Feindbild entwickelt mit dem Ziel der Selbststabilisierung und Neutralisierung von Opposition. Ist das auch heute so? (Wiederholung vom 28. Juli 2024)
GoDie Vorstellung von der Hölle hat im 21. Jahrhundert ihren Schrecken, ja ihr ganzes Dasein verloren. Was aber, wenn es doch eine Hölle gibt? Was ist mit dem Begriff gemeint? Geht es um einen Ort der Strafe oder, wie die moderne Theologie sagt, um einen Seelenzustand der vollkommenen, selbstverschuldeten Abgeschnittenheit von Gott und der Quelle des Lebens? Kann das Leben selbst zur Hölle werden, oder sind das alles nur Märchengeschichten? (Wiederholung vom 20. Oktober 2024)
GoHat eine säkulare Wohlstandsgesellschaft Kirche und Christentum noch nötig? Kann die Freiheit auf Religion verzichten? Wieso gibt es auf der Welt so viel Böses, wenn Gott so gut ist? Was sind die Schattenseiten der Aufklärung und wie kommt es heute, auch in Westeuropa, zur Verachtung des Menschen und der Demokratie? Diese und andere Fragen werden reflektiert. (Wiederholung vom 18. Juni 2023)
GoDie Postmoderne ist geprägt von digitaler Beschleunigung, von einem Alltag zwischen Leistung und Konsum. Was geht verloren, wenn die Stille als Ort der Sammlung verloren geht? Kann ein Leben gelingen ohne Ruhe, ohne inneren Frieden? Ist ohne Gebet Vertrauen in Gott möglich, in den Grund des Lebens?
GoPenisneid ist ein psychoanalytischer Begriff, der von Sigmund Freud geprägt wurde. Angeblich beschreibt er das Gefühl von Mädchen und Frauen, dass sie durch das Fehlen eines Penis benachteiligt seien. Aber stimmt das? Oder ist mit Penisneid etwas anderes gemeint, etwas, wovon der Feminismus auch heute noch lernen kann?
GoNach gängiger Vorstellung sind Triebe angeborene Kräfte, die uns oft unbewusst lenken. Stimmt das? Was bedeuten Triebtheorien für unsere Vorstellung von Freiheit und Verantwortung?
GoAls Autonomie bezeichnet man den Zustand der Selbstbestimmung durch den freien Willen des Menschen. Das Gegenteil wäre die Fremdbestimmung. Heute wird der freie Wille von der Neurowissenschaft geleugnet, außerdem zweifeln seit Corona viele an der Fähigkeit der Selbstbestimmung.
GoPolitik und Medien geben täglich Anlass, sich zu empören. Krieg und Krisen, Unrecht und Verrat, Lügen und Manipulation: Die Liste ist lang, die Empörung groß. Leben wir in besonders gestörten Zeiten, oder ist die Welt gar nicht schlimmer als früher? Sind wir das Problem, weil wir süchtig sind nach der täglichen Dosis Empörung?
GoJeder weiß, dass Allmachtsfantasien ungesund sind, trotzdem dominieren sie Politik, Wirtschaft und Religion. Gehört die Allmachtsfantasie zu Judentum und Christentum, oder ist sie etwas anderes?
Die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer organisiert vom 17. bis zum 19. Oktober 2025 im Schweizer Kloster Schönthal (Langenbruck) zum Thema Macht und Ohnmacht Referate und Gespräche.
GoZum Alten Testament gehört ein radikales Buch namens „Kohelet“, das alles infrage stellt, was einer Mehrheit der Menschen lieb ist. Der Text leugnet, dass das Leben einen tieferen Sinn ergibt oder dass es sich lohnt, nach Liebe, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit zu streben. Das Leben wird als willkürlich geschildert, ohne bleibenden Wert. Ist das ein vergessener Realismus aus der Antike, der uns etwas lehren kann?
GoWie kann ich mein Leben unter Kontrolle halten? Lässt sich das Leben überhaupt kontrollieren? Müssen wir den Wunsch nach Kontrolle überwinden? Ein Gespräch über die Selbstverantwortung und wie realistisch diese ohne die Kontrolle über das eigene Leben ist.
GoFeiern hat die Bedeutung, besondere Ereignisse oder Erfolge festlich zu begehen, um Erreichtes zu genießen, soziale Bindungen zu stärken oder Traditionen zu pflegen. Das Fest bietet eine Abwechslung vom Alltag und fördert das Wir-Gefühl. Oder steckt mehr dahinter?
GoFast überall in der EU, auch in Deutschland, leidet die Wirtschaft unter Steuererhöhungen und einem staatlichen Schuldensumpf. Das Versagen der finanzpolitischen Systeme führt in die Überschuldung, so dass der Krieg als Gesundbrunnen für den Staat erscheint. Benjamin Mudlack ist Wirtschaftsinformatiker, Geldexperte und Buchautor.
GoIn der Psychologie deuten „blinde Flecken“ auf Eigenschaften, Gefühle und Verhaltensweisen, die einem nicht bewusst sind, anderen jedoch auffallen. Sie entstehen oft durch Verdrängung schmerzhafter oder beschämender Erfahrungen. Wie lassen sich blinde Flecken erkennen? Wie können wir daran reifen?
GoIm klassisch bürgerlichen Wertekanon gilt die Familie als Grundbaustein einer stabilen Gesellschaft. Wie steht es um den Wert der Familie in Zeiten hoher Trennungsquoten, zunehmender Vereinzelung und emotionaler Verwahrlosung durch Social Media?
GoEtwas wollen, erstreben, herbeiwünschen oder nach jemandem Verlangen haben: So wird menschliches Begehren oft umschrieben. Was bedeutet das eigentlich? Liefern wir uns den Launen unserer Lust aus, wenn wir das Begehren so wichtig nehmen, oder ist das für ein Leben in Fülle gerade entscheidend?
GoSadomasochismus bezieht sich in der Regel auf sexuelle Lustempfindungen durch die Zufügung oder das Erleben von Schmerz, Macht oder Demütigung. Stimmt das? Oder ist das Phänomen größer? Leben wir sogar allgemein in einer sadomasochistischen Kultur, ohne dass es uns bewusst ist? Giuseppe Gracia im Gespräch mit der Psychoanalytikerin Jeannette Fischer.
GoNach allgemeiner Vorstellung sind Instinkte angeborene, ungelernte Verhaltensweisen. Genetisch festgelegt, dienen sie etwa der Arterhaltung oder dem Überleben. Stimmt das oder steckt mehr dahinter? Giuseppe Gracia im Gespräch mit der Psychoanalytikerin Jeannette Fischer.
GoDie Rede von der „gewaltfreien Kommunikation“ ist verbreitet. Dazu gibt es mittlerweile Lehrgänge. Aber sind beleidigende, wütende oder abwertende Äußerungen wirklich mit Gewalt gleichzusetzen? Ist eine Messerstecherei oder eine Vergewaltigung ebenso Gewalt wie ein Schimpfwort, ein verbaler Ausrutscher? Was bedeutet die Verunklärung des Unterschieds zwischen physischer Gewalt und Sprechhandlung für die Gesellschaft? Giuseppe Gracia im Gespräch mit der Psychoanalytikerin Jeannette Fischer.
GoWas bedeutet Vertrauen in Menschen oder ins Leben? Was bedeutet Misstrauen? Bedingen sich diese Haltungen? Ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen beiden wichtig, weil übermäßiges Misstrauen zu Angst führen kann, während zu viel Vertrauen anfällig für Enttäuschungen macht?
GoFreiheit ist ein Wort, das wir ganz selbstverständlich benutzen. Auch im politischen Diskurs wird Freiheit verteidigt oder unter gewisse Einschränkungen gestellt, wenn es um Grundrechte oder den Schutz vor Diskriminierung geht. Aber wie frei sind wir wirklich in unserem Denken und Handeln? Woher wissen wir, dass wir nicht manipuliert werden oder uns selbst etwas vormachen?
GoDie Liebe, so lehren Poeten aller Zeiten, ist das Größte im Leben. Auch für die Bibel ist alles, was Menschen jemals erreichen können, ohne Liebe nichts. Doch was ist das eigentlich, Liebe? Ist es ein Gefühl, ein Seelenzustand, ein zwischenmenschliches Ereignis? Hat Liebe etwas mit Menschenrechten zu tun? Oder ist Liebe eine Illusion, ja sogar Teil eines Machtdiskurses unter Menschen? (Wiederholung vom 7. April 2024)
GoIst der christliche Gott ein schwacher Gott der Liebe und Hingabe, und was bedeutet das für unsere Zeit, die besessen ist von Machtfragen? Dass die Kirche auf schwache Menschen gebaut ist, sieht man seit 2000 Jahren, aber warum gibt es sie dann immer noch, während Großreiche, die auf Stärke bauen, immer wieder verschwinden? Ist die Geschichte der menschlichen Kulturen und Zivilisationen im Kern ein Ringen zwischen Stärkekult und Dienst am Leben? Unser Gast Uwe Jochum ist ehemaliger Universitätsbibliothekar und Buchautor im Bereich Mediengeschichte und Theologie. (Wiederholung vom 10. Dezember 2023)
GoFast so alt wie die menschliche Fantasie sind Verschwörungstheorien. Mit den heutigen Social Media erleben sie ein exponenzielles Wachstum. So abwegig viele Verschwörungstheorien sind, leben sie doch vom Bedürfnis nach Wahrheit und Vertrauen. Daraus lässt sich lernen. (Wiederholung vom 21. Januar 2024)
GoDie Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot und die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer im Gespräch mit Giuseppe Gracia. Über die Tugend der Staats- und Machtkritik, die heute als Rechtspopulismus und Delegitimierung des Staates gebrandmarkt wird. Über den beruflichen und persönlichen Preis des Widerstandes gegen das Establishment. Über Rufmord und die Eliminierung des kritischen Diskurses und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. (Wiederholung vom 27. August 2023)
GoGiuseppe Gracia im Gespräch mit Benjamin Mudlack, Wirtschaftsinformatiker, Geldexperte und Buchautor. Es geht um die Macht des Staates und der Zentralbanken, um „ungerechte Werteumverteilung“ und eine „stille Enteignung“ der Menschen. Es geht um die Erkenntnis: Mit dem heutigen Geldsystem und der damit verbundenen Politik lassen sich Werte wie Freiheit und Selbstverantwortung weder verwirklichen noch erhalten. (Wiederholung vom 17. September 2023)
GoLange Zeit war die Psychoanalyse populär, wurde in den letzten Jahren aber aus dem akademischen Mainstream verdrängt. Kritisiert wird an der von Sigmund Freud begründeten Methode eine Reduktion des Menschen auf ein reines Triebwesen und die Gefahr eines psychischen Determinismus. Welchen Wert kann die Psychoanalyse heute dennoch haben? Was ist ihr Beitrag zu einer menschlichen Gesellschaft? (Wiederholung vom 23. Feburar 2025)
GoEin EU-Beitritt hat in der Schweiz gemäß Umfragen keine Chance. Dennoch wird in naher Zukunft über neue EU-Verträge abgestimmt. Dabei hat kaum jemand gelesen, was auf den über 2200 Seiten (plus 20.000 Ausführungsbestimmungen) steht. Ronnie Grob, Chefredakteur des Autorenmagazins „Schweizer Monat“, spricht mit Giuseppe Gracia über den Unterschied zwischen der Schweiz und der EU sowie über die Frage, ob die Stimmbürger überhaupt fähig sein werden, das unüberschaubare Vertragswerk als Gegenstand einer Abstimmung zu verstehen.
GoDer Schweizer Philosoph und Autor Michael Rüegg beschäftigt sich mit Technik, Religion und Politik. Giuseppe Gracia diskutiert mit ihm über den Hype um KI, die Angst vor der digitalen Apokalypse, über den Unterschied zwischen Geist und Maschine und Rüeggs These, dass auch die beste KI in Zukunft nur liebloses Mittelmaß liefern wird.
GoDies ist die letzte Ausgabe der „Menschenbilder“ mit Giuseppe Gracia. Der Moderator verlässt das Format und übernimmt neue Aufgaben als Herausgeber des Magazins „Schweizer Monat“. Nach zwei Jahren und zahlreichen gemeinsamen Sendungen verabschieden sich Giuseppe Gracia und die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer mit dem Thema „Abschied“ von ihren Zuhörern.
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