Andreas Thiel, ist gebürtiger Berner, und als solcher hat er eine besondere, eine Außensicht auf die deutsche Sprache. In „Yoyogaga“ stellt er sprachphilosophische Betrachtungen an – denn Sprache, davon ist der Kabarettist und Satiriker überzeugt, ist etwas überaus Erörterungswürdiges. In seinen tiefgründigen, vergnüglichen und auch überraschenden Ausführungen geht es um unerkannte Legastheniker, die Synästhetisierung der Mathematik, den seltsamen Rhythmus juristischer Schriftstücke, die Luftigkeit des Französischen und darum, warum eine Sprache in einem Ohr so und in einem anderen ganz anders klingt.
["68"]Tags: Gesellschaft, Kunst & Kultur, Philosophie, Sprache,Unter den altindischen Schriften ist die Bhagavad Gita die wichtigste und umfassendste Abhandlung über das Gebot der Gewaltlosigkeit. Und sie ruft auf zum kriegerischen Kampf. Wie kann das sein? Berücksichtigt man die kunstvolle literarische Einbettung dieser 700 Verse in das 100.000 Verse umfassende Sanskritepos Mahabharata, erhält man erstaunlich präzise Antworten auf die Frage, wer wann wie unter welchen Umständen und mit welchen Mitteln zum kriegerischen Kampf verpflichtet ist und wer sich wann und aus welchen Gründen neutral oder passiv verhalten darf oder muss.
GoEine der lichtvollsten Passagen des Neuen Testaments, und dazu wohl noch die bekannteste, wird in der Kirche einfach nur so gedankenlos dahergeplappert. Dabei wird mit dem Vaterunser in den Evangelien ein semantisches Feuerwerk gezündet. Dieses Gebet ist von geradezu überbordender Fröhlichkeit. Andreas Thiel beleuchtet die schöne geometrische Ordnung und den zentralen Punkt des Texts, der verblüffender nicht sein könnte.
GoIn diesem ersten von zwei Teilen über die platonischen Tugenden Gerechtigkeit, Weisheit, Besonnenheit und Tapferkeit beleuchtet Andreas Thiel den Unterschied zwischen Kenntnis und Erkenntnis. Er erklärt, warum die antiken Griechen wussten, dass die Erde rund ist, und weshalb wir das heute bloß noch glauben. Aus dem gleichen Grund wussten die alten Griechen auch, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, während wir auch das höchstens noch glauben. Hingegen wären die logisch denkenden Griechen auf einige Dogmen unserer Zeit wohl nicht so schnell hereingefallen. Denn Weisheit kommt nicht von Wissen, sondern von Erkenntnis.
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